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Der Konsument 4.0 trägt VR-Brille

Konsumenten von heute sind digital, selbst wenn sie sich gerade im Shop befinden. Doch der stationäre Handel ist noch lange nicht tot. Zumindest nicht, wenn er sich den Erwartungen der Kunden anpasst. Und das gilt auch für den vermeintlich erfolgreichen Onlinehandel, denn die Kunden vermissen beim Onlinekauf das Anfassen und Ausprobieren der Produkte. Viele Unternehmen folgen daher dem neuesten Trend – Virtual Reality.
 
Das scheint auch dringend nötig, da mehr denn je gilt: Handel ist Wandel. Doch nicht der Handel ist heute noch treibende Kraft. Es ist der Konsument, der den Handel zum Wandel zwingt. Eine Studie von PwC zur Zukunft des stationären Handels zeigt: Über 60 Prozent der Befragten recherchieren im Laden vor ihrem Online-Kauf und nahezu die gleiche Anzahl recherchiert online vor ihrem Kauf im Laden. Und das ist eine gute Nachricht: Zwar beträgt das durchschnittliche Wachstum des stationären Handels in den letzten zehn Jahren nur 0,2 Prozent, während der Online-Handel um 12,2 Prozent gewachsen ist. Doch die Deutschen kaufen immer noch im stationären Geschäft ein. Knapp die Hälfte der Befragten wünschen sich jedoch eine bessere Beratung und ein Drittel würde sich auch gerne nicht vorrätige Ware auf einem Bildschirm im Geschäft ansehen und bestellen können. Doch der Store 4.0 sollte noch mehr bieten als nur besseren Service und eine Omni-Channel-Integration: Für PwC wird auch das Kundenmanagement immer wichtiger. Dabei geht es sowohl um die Individualisierung und Personalisierung von Produkten als auch darum Konsumenten als Ideengeber mit einzubeziehen.
Beispielhaft voran schreitet dabei Ikea, denn ab Oktober ist bei dem schwedischen Möbelunternehmen VR-Shopping angesagt. Die VR-Applikation soll Teil der Customer Journey im Ikea-Store sein und ermöglicht es den Kunden Möbel in Echtzeit zu konfigurieren und Materialien, Texturen und Wandfarben direkt zu verändern. Dabei steht Individualisierung und Co-Creation im Mittelpunkt des Konzeptes. Der große Vorteil: Der Kunde kann Produkte favorisieren und direkt auf einen Merkzettel übertragen, den er dann sowohl im Onlineshop als auch im Einrichtungshaus auf das Smartphone laden kann.
 
 
Und auch für den Onlinehändler hat die VR-Technik eine Lösung parat: virtuelle Stores. Hierbei muss der Konsument nicht einmal die eigenen vier Wände verlassen und trotzdem kann er bequem virtuell durch den Online-Shop stöbern – so als sei er in einem ganz normalen stationären Laden. Im Gegensatz zu den statischen 2D-Produktseiten ist die Chance wesentlich höher, dass der Kunde noch weitere Produkte für sich entdeckt. Und noch einen weiteren Vorteil bietet die VR-Technologie: Viele Onlinekunden möchten Produkte nicht nur online sehen, sondern auch ausprobieren – mit VR wird das nun möglich. Das könnte dem E-Commerce-Markt einen weiteren Boom bescheren. Einen ersten Versuch wagt ebay in Kooperation mit der Einkaufskette Myer in Australien und eröffnet damit gleich ein VR-Kaufhaus. Betreten können es Kunden über eine App und die passende VR-Brille, die sich die Konsumenten kostengünstig aus Pappe selbst zusammenbauen können.
 
 
Durch VR verschwimmen die Grenzen zwischen Online- und Offline-Handel immer mehr und dieser Trend macht sich auch in der Kommunikation bemerkbar. Bestes Beispiel dafür ist Facebook. Seitdem Mark Zuckerberg 2016 den Durchbruch von Virtual Reality (VR) versprach ist bei Facebook viel passiert. Die Betaversion von der VR-App Facebook Spaces für Oculus Rift und Touch ist verfügbar und auch eine Virtual-Reality-Dating-Show soll die User zum Nutzen der VR-Brillen motivieren. Bei der Show können sich die Teilnehmer mithilfe einer VR-Brille zuerst als digitale Avatare begegnen. Das gibt dem Begriff Blinddate eine ganz neue Bedeutung. Der neugeschaffene virtuelle Raum bietet daneben auch Möglichkeiten, neue und intensive Erlebnisse rund um die Marke zu kreieren. Virtuelle Erlebniswelten könnten in Zukunft das Digitale Marketing aufmischen und zu einem wichtigen Baustein werden, sofern noch eine Hürde genommen wird: die hohen Hardware-Anforderungen auf Seiten der User und damit verbundene Kosten. Facebook plant daher die virtuelle Realität schon 2018 für die Massen zugänglich zu machen. Das Unternehmen will eine günstige Alternative zur Oculus Rift auf den Markt bringen, die dann nur noch 200 US-Dollar kosten soll.
 
Quellen (Stand: 08.09.17):
Wir danken unserem Medienpartner squeaker.net für diesen informativen Artikel!