Kurz und knapp

Ist ein Gut oder Inhalt gut, weil es knapp ist? Oder ist es gar besser? Und wie frei ist der Mensch, wenn es einmal knapp wird?

Alle reden über Social Media. Oder ist Social Media nur der Raum in dem alle reden? Fragen und Überlegungen, die bereits massig durchgekaut wurden.

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Wenn es knapp im Portemonnaie wird, grenzt dies für einige die eigene Freiheit ein. Ein Autor eines knappen Mediums ist ebenfalls in seiner Freiheit eingeschränkt, wenn er sich nur so weit aus dem Fenster lehnen darf, wie die politischen Beziehungen seines Arbeitgebers ihn noch auffangen. Wenn ein kleines Kind auf die Straße läuft, kann es schnell knapp werden. Ist ein Autor druckbedingt auf 2500 Zeichen begrenzt, so auch seine Freiheit sich auszudrücken. Und schließlich begrenzt ein Fotograf die Freiheit des Models, sich zu entfalten, wenn er knapp in der Zeit liegt.

Ist etwas gut, weil es knapp ist? Oder ist es gar besser?

Die Frage nach dem Gut

12.000 Zeitungen gibt es weltweit. Täglich werden über 500 Millionen Exemplare gekauft und von 1,7 Milliarden Menschen gelesen. Noch. Denn die Auflagen fallen. Nichtsdestotrotz eine respektable Anzahl an Berichten, Meinungen, aber auch Propaganda. Demgegenüber stehen schätzungsweise 200 Millionen Blogs, die oft gar nicht, teils aber sehr reichweitenstark sind. Allein in China sollen regelmäßig 150 Millionen über ihr tägliches Essen, ihre Erfahrungen oder politische Unstimmigkeiten bloggen. Wieso sie das tun? Hier können sie sich frei entfalten. Keine Agenda oder Vorschrift.

Die Kommunikation untereinander ist ein zutiefst menschliches Bedürfnis. Blogs und das Social Web als Platz der Medienmassen stillen dieses. Doch Gegenstimmen werden immer lauter. Stumpfsinn und niveaulose Mundpropaganda sollen im Web herrschen. Diese Stimmen sprechen damit passiv gegen die These, es gäbe die „Intelligenz der Masse“ , die schon Anfang des 20. Jahrhunderts von Francis Galton als „Vox populi“ beleuchtet wurde. Es gibt also zwei Standpunkte. Ob nun aber kontrollierte oder verknappte Inhalte besser sind als frei publizierte, sollte kein Gremium entscheiden, da dieses ja im Sinne eines kontrollierenden und verknappenden Mediums handeln würde. Daher liegt die Findung und Kontrolle des Richtigen vielleicht besser bei jedem Einzelnen für sich selbst. Die Wahrheit wird der Masse überlassen. Ob das dann gut ist oder nicht, muss wiederum jeder für sich selbst entscheiden. Zwickmühle.

Von Julian Valkieser

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