Wie plane ich meine Marketing-Karriere? Wie vermarkte ich mich selbst am besten? | MTP e.V.

Ganz gegen den Titel dieses Artikels, eins gleich vorweg: Eine Marketing-Karriere kann man nicht planen. Zumindest nicht bis ins kleinste Detail. Was getan werden kann: die besten Voraussetzungen schaffen.

Ein Studium besteht nicht nur aus Vorlesungen und Seminaren.

Als Student muss man sich eins vor Augen führen: Fachlich habe ich die gleichen Qualifikationen wie hunderte andere meiner Kommilitonen. Um sich am Arbeitsmarkt durchzusetzen braucht es also weitere Eigenschaften und Fähigkeiten, die nicht an jeder Universität oder Fachhochschule gelehrt werden.

Praktika in unterschiedlichen Unternehmen sind ein guter Weg, um zum eine Praxiserfahrung zu sammeln, aber auch um unterschiedliche Jobprofile und Unternehmensbereiche kennenzulernen. Denn im Marketingbereich zu arbeiten zu wollen ist so ziemlich das gleiche, wie zu sagen: „Ich möchte was mit Medien machen“. Daher ist es sinnvoll sowohl die Arbeit in einer Werbeagentur zu testen, sei es in der Beratung, Konzeption oder im Planning, und auch einmal ein Blick auf die andere Seite, in die Marketingabteilung eines Unternehmens, zu werfen. Wer die unterschiedlichen Arbeitsprofile kennt, wird nach dem Studium leichter den idealen ersten Job finden.

Ein weiteres Merkmal, das mehr als positiv im Lebenslauf auffällt: außeruniversitäres Engagement. Studentische Initiativen bieten ein weites Spektrum an Möglichkeiten praktische Erfahrungen in verschieden Bereichen zusammeln. Akquise, Projektmanagement, Marktforschung, Kampagnenplanung, Teamführung sind da nur als erste Stichworte zu nennen. Diese Praxiserfahrungen bieten bei einem Vorstellungsgespräch viel Material um von sich zu erzählen. Hinzukommt, dass Unternehmen sie auch höher bewerten als gute Noten, beweisen sie ja auch soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit und Einsatzbereitschaft.

Jeder ist der Manager seiner Marke-Ich.

Ein guter Lebenslauf allein reicht heutzutage nicht mehr aus, um sich von der Masse der Bewerber abzuheben. Das Mittel zum Zweck: Selbstmarketing. Darunter werden Strategien zur Inszenierung eines bestimmten Rufes der eigenen Persönlichkeit in der Öffentlichkeit verstanden. Wir alle versuchen uns in der Öffentlichkeit, vor Freunden und Familie positiv darzustellen – bewusst aber auch sehr viel öfter: unbewusst. Selbstmarketing wird daher als die bewusste Betonung eigener Stärken und Fähigkeiten verstanden. Der Schlüssel für nachhaltig erfolgreiches Selbstmarketing ist Authentizität! Es gilt die eigenen Stärken erkennen und sie hervorzuheben. Soweit zur Theorie.

Wenn es darum geht sich selbst zu vermarkten, gilt es sich eins vor Augen zu halten: Ich bin eine Marke. Und diese Marke-Ich muss gehegt und gepflegt werden. Da geht es uns nicht anderes als jedem Produktmanager von Marken wie Apple oder Coca-Cola. Der einzige Unterschied: unsere Zielgruppe sind nicht Konsumenten, sondern Personalentscheider.

Eine gepflegte digitale Identität zahlt sich aus.

Nach einer Studie des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater verwenden fast 30% der Personalentscheider Google oder auch gezielt die Social-Network-Plattformen, um sich Informationen über Bewerber zu beschaffen. Demnach sollen die Personalchefs dabei besonders interessiert an Meinungsäußerungen und Mitgliedschaften in Gruppen und Vereinen jeglicher Art sein. So hat über ein Drittel der Personaler hat bereits einmal oder öfter Bewerber wegen der im Internet gefundenen Informationen abgelehnt. Für Absolventen, Bewerber und Berufstätige ist eine umfassende Pflege und Verwaltung der eigenen Online Reputation besonders wichtig.

Bei der Suche nach zusätzlichen Informationen über Bewerber setzen Personaler, wie jeder Otto Normaluser, auf die großen Suchmaschinen wie Google oder Bing. Kaum einer schaut sich dabei mehr als die ersten zwei oder drei Trefferseiten an. Also sollte dafür gesorgt werden, dass hier nur Treffer zu finden sind, die man auch wirklich als vorteilhaft empfindet. Geht nicht? Doch.

Yasni.de ist z.B. eine Plattform, die ähnlich wie Google das Internet durchsucht und jedem User nach einer Anmeldung die Möglichkeit gibt sich ein Profil mit persönlichen Suchergebnissen anzulegen, zu ordnen und zu speichern. Dort sind dann öffentliche Profile, Fotos, Blogkommentare und alles andere, was unter dem eigenen Namen zu finden ist, gespeichert. Negative Beiträge bzw. Treffer von Namensvettern können dabei ausgeblendet werden. Hinzukommt, dass die Suchroboter von Google ein solches Yasni-Profil – auch Exposé genannt – als äußert relevant ansehen und es meist unter die Top 3 Suchergebnisse bringt. Natürlich rankt Google auch Seiten der eigenen „Familie“, wie Blogspot, Youtube und Google+ entsprechend hoch. Im Marketingbereich macht sich beispielsweise ein eigener Blog für Referenzen oder auch schon zu einem speziellen Thema immer gut. Es zeigt Interesse und Einsatzbereitschaft für ein Thema.

Für Profile auf sozialen Netzwerken wie Facebook und Google+ gilt: Privatsphäreeinstellungen genau im Auge haben. Meiner Meinung nach braucht niemand außerhalb meines Netzwerkes wissen, was ich so poste. Daher ist hier auch meine Empfehlung, die Einstellungen so zu wählen, dass keine Dinge öffentlich gepostet oder zugänglich gemacht werden. Einzige Ausnahme ist die Businessnetzwerke Xing und neuerdings auch LinkedIn. Als Student sollte schon frühzeitig ein Profil angelegt werden und auch immer mit aktuellen Infos gefüttert werden. Im deutschsprachigem Raum sind ziemlich alle großen und auch vermehrt kleinere und mittelständische Unternehmen aktiv. Hier kann zum einen nach ersten Informationen zu Unternehmen, deren Mitarbeiter und Jobangeboten gesucht werden, aber auch die aktive Mitgliedschaft in Themengruppen können wichtige Kontakte zu Tage fördern.

Wie schon zum Einstieg gesagt, ist eine Marketing-Karriere nicht planbar, denn zu viele unplanbare Faktoren spielen immer mit rein. In der heutigen Zeit muss man sich aber als Student einige Dinge bewusst machen, um seine Karriere in die richtigen Bahnen zu lenken.

1. Das Internet vergisst nicht. Egal was ich wann, wie oder wo im Internet geteilt habe, wird immer wieder auffindbar sein. Das Internet funktioniert wie ein globales Gehirn. Es wird nichts vergessen, bestimmte Informationen können aber von anderen Informationen überlagert werden.
2. Netzwerke sind das A und O. Sobald der Entschluss steht, in einer bestimmt Branche arbeiten zu wollen, sollte man auch ihre Nähe suchen – vor allem schon als Student. Während des Studiums ist es einfach Kommilitonen mit gleichen Interessen zu finden. Studentische Marketingvereine, wie MTP – Marketing zwischen Theorie und Praxis e.V. und Marketing-Clubs sind weitere ideale Orte nicht nur Freunde, sondern auch die richtigen Kontakte für das spätere Berufsleben zu finden.
3. Jeder Student wird auch einmal arbeiten. Ist anfangs das persönliche Netzwerk noch studentenlastig, werden sich mit fortschreitendem Studium immer mehr Kontakte auch in potentielle Businesskontakte verwandeln.
4. Praktische Erfahrungen zählen oft mehr als Studienleistungen. Vor allem in Marketingberufen. Dinge, die man wirklich schon getan hat wichtiger als Dinge, die man nur mal für eine Klausur auswendig gelernt hat.
5. Man muss auch über den Tellerrand hinausblicken können. Es ist wichtig, immer neugierig zu bleiben. Dabei genügt es nicht, sich auf sein einmal gewonnenen Wissen zu verlassen. Die Marketingwelt verändert sich dank der neuen Medien immer schneller. Wer da nicht am Ball bleibt, steht schnell im Abseits.

Über den Autor:

Oliver Kühne

Oliver Kühne studierte Sozialwissenschaften mit den Schwerpunkten Sozialisation, Kommunikation und Gesellschaft an der Leibniz Universität in Hannover. Schon während seiner Studienzeit hat er an zahlreichen Fachprojekten der studentischen Marketinginitiative MTP – Marketing zwischen Theorie und Praxis e.V. teilgenommen und geleitet. Nach seinem Job als Berater/Strategie in der B&B. Werbeagentur ist er heute als Projektmanager Online/Digital bei Buddybrand, Agentur für Digitale Markenführung, in Hamburg und Berlin tätig.

, , , , , , , ,
Vorheriger Beitrag
Wie wichtig ist eigentlich online? Social Media braucht doch kein Mensch, oder? | MTP e.V.
Nächster Beitrag
Die bisher kürzeste Korrespondenz der Welt… | MTP e.V.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.

Menü