Eine Hand wäscht die Andere

Es ist ein alt bekanntes Spiel – wie du mir, so ich dir – und einmal drin kommt man aus der Nummer nicht mehr raus. Welch ein Pech aber auch! So oder so ähnlich müssen 1956 die Gedanken des Geschäftsführers der Bayrischen Rundfunkwerbung ausgesehen haben, als das Unternehmen Henkel freundlich an dessen Tür klopfte und seinen Teil der Abmachung einforderte.

Jene Abmachung lag dabei schon Jahre zurück. 1954 hatten der Bayrische Rundfunk und Henkel einen Vertrag geschlossen. Eigentlicher Anlass dafür war, dass der BRF beabsichtigte, einen Sendemasten auf einem Grundstück des Unternehmens zu errichten. Allerdings verstand Henkel es, sich bei dieser Gelegenheit auch gleich die Zusage für den ersten Werbespot des Senders zu sichern – sofern dieser jemals planen sollte, Werbung zu schalten. Schien die Vorstellung von Fernsehwerbung zu diesem Zeitpunkt noch weit entfernt, war sie am 3. November 1956 endlich da.

Zwar gab es noch keine riesige rote Schleife und auch der Slogan war ein anderer – das Problem war aber altbekannt: Nachdem der tollpatschige Göttergatte im Lokal kleckert und die Frau unmöglich noch erboster werden kann, tritt endlich der Wirt unbekümmert an den Tisch, belächelt das Malheure und preist Persil an, welches die Diskussion über einen Fleck völlig erübrigt. Rechthaberisch führt besagter Ehemann seiner Frau noch einmal ihre Unwissenheit vor, ehe die Szene mit den Worten endet: „Persil und nichts anderes“ – so zu finden auf der Homepage des Unternehmens Henkel. Damit war der erste Werbespot des deutschen Fernsehens im Kasten.

 

Autorin:

Lara Wegener

GS Gießen
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