It’s all just a misunderstanding, isn’t it?

Welcher gewitzten Marketingstrategie wir den Teebeutel verdanken.

Wenn der Brite Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts eine schöne Tasse Tee trinken wollte, so war dies ein aufwendiges Unterfangen. Tee aus der Dose raus, in die erste Kanne rein, Wasser dazu, heiß machen, Tee in die erste Kanne rein, zweite Kanne her, Sieb dazu, das Ganze abseihen und irgendwann dann mal genießen. Dieses Prozedere muss für den einfachen Briten eine solche Last gewesen sein, dass ihm der Verwendungszweck eines Teebeutels augenblicklich klar war, als er diesen zum ersten Mal erblickte. Dabei war dieser niemals als Teebeutel gedacht.

1904 versandte der amerikanische Teehändler Thomas Sullivan erstmals seinen Tee in kleinen Seidenbeutelchen. Damit wollte er ein Transportproblem umgehen, denn die bis dahin verwendeten kleinen Blechdosen waren sperrig und schwer. Die kleinen Seidensäckchen hingegen erlaubten es, viel größere Mengen Tee nach Europa zu verschicken. Zwar hätten Stoffe wie Papier oder Leinen den selben Zweck erfüllt, doch die geschmackvollen und eleganten Beutelchen aus Seide waren dem Luxusartikel Tee viel angemessener. Die neue Verpackung sollte den Tee noch luxuriöser erscheinen lassen, urteilt Brockhaus in „Was so nicht im Lexikon steht“ von 1996.

Doch Sullivan versäumte es, seinen edlen Beutelchen eine Bedienungsanleitung beizulegen und so erkannte der geplagte Brite schlicht das Ende seines Kummers und tat den Tee samt Säckchen in die Tasse. Die Geburtsstunde des Teebeutels war gekommen.

 

Noch nicht das Interview mit 5Cups and some Sugar gelesen – holt es nach!

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 Über die Autorin:

Lara Wegener
Lara Wegener studiert seit dem Wintersemester 2010 Russistik und Galloromanistik in Giessen. Ihr Interesse am Marketing und ihre Freude am Schreiben führten sie im April 2012 zum Mehrwert und motivierten sie schließlich dazu, für ein Jahr die Leitung des  Onlineauftritts des Magazins zu übernehmen. Immer wieder gerne macht sie sich auf die Suche nach spannenden Inhalten, um die Leserschaft des Mehrwerts zu informieren, zu begeistern oder schlicht zu amüsieren.
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