Münsters Cannes Rolle lüftet die Geheimnisse

Es ist super geil, super geil tönt es mittlerweile sogar schon aus den Lautsprechern in Clubs, Bars und Cafés. Was mit einer einfachen Werbeidee von EDEKA anfing, ist zum Selbstläufer geworden. Sogar den Sprachgebrauch junger Leute hat die Werbung in der einen oder anderen Hinsicht geprägt: Toilettenpapier ist jetzt nicht mehr nützlich, sondern „super weich“ und ein frischer Fisch aus der Kühltheke von EDEKA ist nicht mehr einfach nur lecker, sondern vor allem „sehr, sehr geil“. Es ist offensichtlich, dass diese Werbung ihr erstes Ziel erreicht hat: Aufmerksamkeit erregen.

Die Annahme, dass Aufmerksamkeit das erste Ziel von Werbung sein sollte, ist zurückzuführen auf ein 1998 erstelltes Modell der Werbewirkungsforschung von Lewis. Die sogenannte AIDA-Regel stellt ein Stufenmodell dar: Attention – Interest – Desire – Action. Durch gute Werbung soll zuerst Aufmerksamkeit bei potenziellen Kunden erzeugt werden. Diese soll zu einem gesteigerten Interesse der Kunden führen, welche daraufhin den Wunsch und das Verlangen nach dem beworbenen Produkt entwickeln sollen. Auf der letzten Stufe folgt – im besten Fall – der Kauf des Produkts. Wenn man dieses, mittlerweile veraltete, Modell näher in Augenschein nimmt, wird deutlich, dass Werbung stets sehr taktisch aufgebaut ist. Hinter jedem Werbespot steckt ein mit viel Arbeit ausgetüfteltes Konzept.

Ein weiteres Modell der Werbewirkungsforschung, das Stimulus-Response-Modell, geht von einem anderen Wirkmechanismus aus. Die Werbung wird hier als Stimulus gesehen, welcher Reize auf die Rezipienten auslöst. Der Mensch ist somit den Reizen der Werbung ausgeliefert, welche dann bestimmte Reaktionen hervorrufen. Die Frage, die sich nun stellt, ist nur, welcher Stimulus welche Reaktion auslöst: Wieso lassen wir uns von manchen Werbespots so mitreißen und andere nehmen wir vielleicht wahr, vergessen sie aber nach einigen Sekunden wieder? Die Antwort auf diese Frage ist wohl das Geheimnis hinter guter Werbung.

Um diesem Geheimnis auf die Schliche zu kommen, hat es sich die Geschäftsstelle Münster dieses Jahr zur Aufgabe gemacht, die besten Werbespots des vergangenen Jahres in einer traumhaften Kulisse zu zeigen. Die in Cannes mit dem bronzenen, silbernen und goldenen Löwen ausgezeichneten Werbespots, werden in einem 90-minütigen Film gezeigt. Dadurch soll ein Stück Frankreich nach Deutschland, ein Stück Cannes ins Münsteraner Schloss und ein Stück Werbegeschichte in die Köpfe der Studenten geholt werden.

Am 23. Mai lädt MTP Münster zu einem unvergesslichen Abend und es ist jeder herzlich eingeladen

Über die Autorin:

Svenja Vogel

GS Münster

Svenja Vogel hat 2012 begonnen, Kommunikationswissenschaft in Münster zu studieren. Die gebürtige Düsseldorferin engagiert sich neben dem Studium nicht nur bei MTP, sondern auch im lokalen Studentenradiosender. Die Arbeit in und um Medien hat sie schon immer begeistert.

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