Werbung zur Europameisterschaft: Wer schafft es aufs Siegertreppchen? | MTP e.V.

„Habe im Supermarkt nur Sachen eingekauft, die nicht mit Fußball beworben wurden. Zum Abendessen gibt’s heute Klobürste mit Olivenöl.“

Den kanntet ihr schon? Nicht so schlimm, es geht hier auch mehr um den nicht geringen Wahrheitsgehalt. Alle zwei Jahre, pünktlich zur Welt- oder Europameisterschaft, packen die Marketingabteilungen die mehr oder weniger kreativen Fußballideen aus. Nachdem alle Spiele der Vorrunde entschieden sind und der ein oder Andere die nächsten (Spielfreien-)Tage wahrscheinlich mit kaltem Entzug zu kämpfen hat, ist es Zeit für einen kurzen Praxistest.

Es folgen meine persönlichen Favoriten aus dem TV-Programm der letzten Tage:

Platz 3

The beautiful game – Shot on iPhone (Apple)

Der Spot von Apple bekommt nicht nur positive Reaktionen und ist daher vielleicht etwas überraschend mein Platz drei. Denn ich muss den Kritikern widersprechen. Das Aufgreifen der allgegenwärtigen Fußball-Grundstimmung, ohne auf die EM direkten Bezug zu nehmen. Die Einbindung von User-Generated-Content und die klare Konzentration auf den unverwechselbaren Minimalismus machen den Spot in meinen Augen so stark. Dazu trägt euch nicht zuletzt der sehr gute Song “Wings” von Little Simz bei, der es schafft die absolut monotonen Werbeblöcke im TV zu durchbrechen und mich vom Second Screen zurück zu holen.

Platz 2

The Switch (Nike)

Nike ist seit Jahren für seine mit Weltstars besetzten, guten Werbespots bekannt. Da von Großereignis zu Großereignis einen drauf zu setzen dürfte jedes Mal eine selbst gestellte Herausforderung sein. Wenn man dann einen sechs Minuten Spot produziert, bei dem der Zuschauer gar nicht ans Abschalten denkt, macht man als Werbetreibender schon einiges richtig. Nike zeigt hier Storytelling par excellence.

Platz 1

Probably (Carlsberg)

Ihr habt euch auch schon gefragt, welche Marke eigentlich hinter den Probably Einblendungen auf Banden streckt? Wer sich bei Biermarken etwas auskennt, dürfte bereits dahinter gekommen sein: Es ist Carlsberg.
Dennoch kann man sich noch fragen: Wozu der ganze Aufwand? Dazu muss man wissen, dass in Frankreich seit 1991 ein Alkoholwerbeverbot gilt. Das hat natürlich auch zur Europameisterschaft Bestand. Diese Herausforderung hat der Hauptsponsor jedoch in meinen Augen herausragend durch die Einbeziehung des Markenslogans und ein wenig Suchmaschinenoptimierung gemeistert.

Keinen Platz auf dem Treppchen sichert sich dieses Jahr dagegen Adidas. First never follows. Ernsthaft? Captain Obvious schickt dafür ganz sicher seine herzlichsten Grüße.

Was habt ihr aus den ersten zehn Tagen Europameisterschaft mitgenommen? Teilt ihr meine Meinung oder haben euch andere Kampagnen mehr überzeugt?

Über den Autor:

Chris ist Alumnus bei MTP, lebt in Bremen, arbeitet dort als Software Engineer und hat dennoch den Bezug zum Marketing nie verloren. Bei MTP engagiert er sich über das Studium hinaus als Trainer und Consultant. Privat bloggt er auf chrisklinger.de

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