Keine Verpackung – Keine Werbung?

Umweltschutzbewegungen

Umweltschutz ist in Deutschland zum Trend geworden: Viele Firmen und Produkte werben damit grün zu sein. Strom- und Wasser sparen steht in den meisten privaten Haushalten ganz oben auf dem Programm.
Eine noch relativ neue ökologische Bewegung ist die, Verpackungsmüll zu reduzieren. Drogerieketten verteilen keine kostenlosen Plastiktüten mehr, Kleidergeschäfte steigen auf Papiertragetaschen um und Cafés berechnen einen Aufpreis für To-Go-Becher.

Seit 2014 eröffnen im Zuge dieser Bewegung deutschlandweit so genannte ‚Zero Waste’ – Läden.  Das Angebot ist ähnlich wie im normalen Supermarkt. Der Unterschied ist allerdings, dass es hier keine Verpackungen gibt. Der Kunde bringt seine eigenen Behälter mit, die vor dem Einkauf gewogen werden. Jeder füllt sich nur so viel ab, wie er wirklich braucht. Gezahlt wird am Ende nach Gewicht. Ein kurzer Werbespot des verpackungsfreien Ladens ‚original unverpackt’ fasst den Grundgedanken des neuen Supermarktkonzepts zusammen: Keine Verpackung. Kein Design. Keine Werbung. Ausgerechnet die drei Attribute, die Werbung in Supermärkten ausmachen.

Es stellt sich also die Frage, ob und wie die Produkte in Unverpackt-Läden beworben werden können.

Möglichkeiten für Werbung

Da momentan kaum Erfahrungsberichte zur Verfügung stehen, stellen wir hier nur Vermutungen auf, wie die Werbung in Unverpackt-Läden in der Zukunft aussehen könnte. Wir gehen davon aus, dass der verpackungslose Supermarkt inzwischen eine gängige Alternative zum normalen Laden sein wird. Das Konzept wird mehr ausgreift sein, als es heute ist und die Auswahl sollte ähnlich der in einem heutigen Supermarkt sein.

     1. Bedruckte Behälter

Bisher befinden sich die meisten Waren in schlichten, durchsichtigen Kunststoff- oder Glasröhren unter denen ein schwarz-weißes Schild den Preis und die Herkunft verrät. Der Kunde kann so kaum eine visuelle Verbindung zu den angebotenen Produkten herstellen. Des Weiteren würde es so keinen Sinn machen konkurrierende Produkte anzubieten, da sich dem Kunden, optisch keine Unterschiede erschließen würden.

Würde man die Behältnisse allerdings mit bunten, individuell gestalteten Stickern bekleben, hätte man eine sowohl effektive, als auch umweltschonende Maßnahme Produkte untereinander zu differenzieren. Auf den Stickern könnten beispielsweise Serviervorschläge oder Herkunftsorte abgebildet sein. Hierdurch würden sich bei Konsumenten Präferenzen bilden, die das Kaufverhalten beeinflussen könnten. 

     2. Werbung durch Verkäufer

Eine weitere Möglichkeit zu Marketing wäre, die Produkte nicht für sich selbst werben zu lassen, sondern Verkäufer am Marketing teilhaben zu lassen. Sicherlich ist es schwierig Kooperationen zwischen einzelnen Unternehmern und den Verkäufern herzustellen. Es bleibt aber die Möglichkeit, dass die Verkäufer die hauseigenen Produkte in Kundengesprächen favorisiert behandeln. Somit wäre auch hier eine Art der Werbung vorhanden.

     3. Werbespots und -plakate

Natürlich besteht auch für Unternehmen weiterhin die Möglichkeit mit Marketingkampagnen für ihre Produkte zu werben. In Werbespots oder auf Plakaten können sie ihre Ware vermarkten und dann zusätzlich auf die Kooperation mit einem unverpackt-Laden hinweisen. Das könnte bspw. ein Satz sein wie „Kaufen Sie unser Produkt jetzt auch verpackungsfrei im Laden XY“. Der Konsument erfährt auf diese Weise sowohl vom Produkt, als auch vom grünen Image der Firma. Außerdem lernt er direkt über die Werbung wo er hingehen muss, um das Produkt zu erwerben. Durch eine solche Kooperation könnte sich auch die Zielgruppe eines Unternehmens vergrößern. Konsumenten, die das Produkt aufgrund von zu viel Verpackung bisher ablehnten, werden nun ebenfalls angesprochen.

Nach einigem Überlegen wird deutlich, dass das Konzept Keine Verpackung. Kein Design. Keine Werbung. durchaus Möglichkeiten zum Marketing bietet. 
Es ist also falsch: Produkte ohne Verpackung zu verkaufen, bedeutet nicht automatisch, dass Werbung nicht mehr möglich ist!

Autoren:

Sophia May

GS Berlin

Maite Helms

GS Leipzig

Verona Hohmann

GS Frankfurt

Claudia Jeronski

GS Paderborn
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