Der „Black Friday“ – Manipulation der weißen Weihnacht?

Die USA als Vorreiter

Der sogenannte „Black Friday“ stammt ursprünglich aus den USA. Er markiert den Tag nach Thanksgiving, dem traditionellen Erntedankfest, das jedes Jahr am vierten Donnerstag im November gefeiert wird. Zwischen Feiertag und Wochenende wurde der Freitag für viele Amerikaner zum Brückentag, am dem die ersten Weihnachtseinkäufe getätigt werden. Woher genau die Bezeichnung des „schwarzen“ Freitages kommt, ist nicht überliefert. Es wird vermutet, dass er vom Anblick der schwarzen Menschenmengen in den Einkaufsstraßen oder den schwarzen Zahlen der Händler rührt. Mittlerweile ist der Black Friday kein US- amerikanisches Phänomen mehr, sondern hat sich bis nach Europa verbreitet. Zudem sind die Rabatte häufig mehr als nur einen Tag lang gültig und werden zum Teil bis auf eine ganze Woche oder über das Wochenende hinweg und den darauffolgenden „Cyber Monday“ ausgedehnt. Beim Onlinehändler Amazon startete die „Cyber-Monday-Woche“ dieses Jahr bereits am Montag, den 19. November.

Mails, “Push” und “Post”

Die Zeit davor wird verstärkt für Marketing auf allen Kanälen genutzt. Ob physische Briefkästen, virtuelle Mail-Postfächer oder Push-Benachrichtigen durch Shopping Apps: Der Verbraucher wird mit Angeboten als Countdown bis zum großen Tag überhäuft. Gleichzeitig bringen Magazine Schnäppchen-Tipps und Preisvergleiche heraus: Wo kann der Käufer dieses Jahr sparen? In welchem Shop lohnt es sich besonders zuzuschlagen? Und es funktioniert: Offenbar weckt das Spar-Versprechen das menschliche „Jäger und Sammler“-Prinzip, den „Gönnermodus“ im Konsumenten. 2016 nutzten immerhin 16 Prozent der deutschen Verbraucher den Black Friday.

Über Leichen (shoppen) gehen

 

In den USA sind die Straßen am Black Friday voll von Menschen. Teilweise warten die Käufer bereits Stunden vor Öffnung draußen vor den Geschäften. „Doorbuster“ – so werden die Angebote in den Staaten bezeichnet, die ausschließlich morgens gelten und damit in die Geschäfte locken. Dass an diesem Tag wortwörtlich über Leichen gegangen wird, beweist auch die Tragödie in New York im Jahr 2008. Ein Sicherheitsmann vor einer Wal-Mart Filiale wurde bei Ladenöffnung von der drängenden Käufermasse überrannt. Solch ein Chaos kennen wir hierzulande zum Glück nicht, zumindest weniger beim stationären Handel, als digital.

Aber Achtung!

Viele der angeblichen Schnäppchen entpuppen sich schnell als Fake. Die meisten Rabatte gehen nämlich nicht vom tatsächlichen Verkaufspreis aus, sondern von den unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller und sind damit „künstlich“ erhöht. So kann es passieren, dass man für einen USB-Stick für 1 Cent, plötzlich 8 Euro Versandkosten pro Stück bezahlen muss – so schnell hat sich die Kauflaune erübrigt. Durch geschickte Marketingaktivitäten wird von diesen Manövern abgelenkt und der Konsument zum Kauf verleitet. Oft werden als Köder weihnachtliche Konsummotive angeführt – natürlich will man als Konsument den Traditionen folgen und seine Liebsten beschenken. Mit dem Thema „Familie“, „Zusammenhalt“ und vor allem „Freude an Weihnachten“ bekommt der Konsument das Gefühl, nicht nur durch die Rabattaktionen etwas gespart zu haben, sondern kann sich vor allem in punkto Geschenkekauf zufrieden zurücklehnen.

Fazit:

Wie immer im Leben wird einem nichts geschenkt. So wollen die Unternehmen dem Konsumenten mit den vielen Rabattaktionen wohl auch kaum ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk geben. Dennoch ist es möglich mit gezielten Preisvergleichen auch sehr gute Schnäppchen zu ergattern. Oftmals kann man sich der Konsument dem Bann der Angebote nicht entziehen, sprechen sie doch auch gezielt unser Bedürfnis als Schnäppchenjäger an. Jedoch ist es manchmal auch schön sich bewusst in diesen weihnachtlichen Shoppingwahn einlullen zu lassen und das positive Gefühl, gespart zu haben, mit nach Hause zu nehmen. Jedoch kann es auch schön sein, sich bewusst in diesen weihnachtlichen Shoppingwahn einlullen zu lassen und das positive Gefühl, gespart zu haben, mit nach Hause zu nehmen – ob man sich in das stationäre Getümmel oder in die Online-Schlacht stürzen möchte, muss jeder wohl selbst entscheiden.

Quellen:

SDU, Adobe Holiday Retail Survey 2018

spiegel.de/netzwelt/web/cyber-monday-und-black-friday-rettet-mich-vor-dem- shopping-irrsinn-a-1122267.html

derwesten.de/wirtschaft/black-friday-und-cyber-monday-milliardenumsaetze- erwartet-id212597779.html

nytimes.com/2008/11/29/business/29walmart.html

Autorinnen:

Janine Antonia Fess
GS Saarbrücken

Maike Hübner
GS Paderborn

Annabelle Krick
GS Saarbrücken

Dieser Text wurde zusammen von den Geschäftsstellen Paderborn und Saarbrücken geschrieben.

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