„Alumni Career Talks“ mit Mareike Gerdes: Xing SE und wie man seine Traumstelle erhält

Mareike Gerdes bei ihrem Vortrag, Tipps von einer Personal-Expertin © Bevis Nickel, Uni Kiel

Wenn man weiß was sein Traumjob ist und für welches Unternehmen man arbeiten möchte, geht es als nächstes um die Frage, wie man die Stelle auch bekommt.

In dem fachübergreifenden Veranstaltungsformat „Alumni Career Talks“ berichten Alumni in Führungspositionen von ihrem beruflichen Weg nach dem Studium und geben Tipps und Erkenntnisse an junge Leute weiter. Am 22. November 2018 war die Diplom-Psychologin Mareike Gerdes von Xing SE an der Uni Kiel zu Gast.

Sie sprach dabei über ihren beruflichen Werdegang und die Arbeit bei Xing. Dazu gab sie Einblicke, wie das Recruiting aus der Perspektive der Personalabteilung aussieht. In einer Frage- und Diskussionsrunde hatten die Teilnehmer die Chance, sich über Bewerbungsprozesse zu informieren und Inspiration sowie Orientierungshilfe von einer Personal-Expertin zu erhalten.

Mareike Gerdes © Xing SE

Mareike Gerdes: Studium an der Uni Kiel von 2003-2008, Diplom-Psychologin. In ihrer ersten Funktion bei XING beriet sie als HR-Business Partnerin Mitarbeiter und Führungskräfte der Tech- und Produktorganisation. 2015 übernahm sie den Bereich Recruitment und Employer Branding und wechselte im Juni 2018 zum neu gegründeten Bereich Organisational & Cultural Development. Zu diesem Bereich gehört auch die Einheit XING Young Professionals GmbH, die sich mit der Förderung und Ausbildung studentischer Talente bei XING beschäftigt.

Alumni Career Talks“ ist eine fach-übergreifende Vortragsreihe von Alumni-Management und Career Center, in der Absolventen der CAU über ihren beruflichen Werdegang sprechen, ihre Learnings teilen und Informationen zu Berufs-Einstieg und Karriereplanung geben. Der Eintritt ist frei. Hier geht es zu einem kurzen Video-Zusammenschnitt des Vortrags.

Umgang mit Schwächen und weitere Fragen

 

Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen. Wenn man in einem Unternehmen zu arbeiten beginnt, so bringt man alle seine persönlichen Eigenschaften mit. Natürlich möchte man sich im Bewerbungsprozess so gut wie möglich präsentieren. Aber bedeutet dies, so zu tun, als ob man nur Stärken hätte? Es gibt klischeehafte Antworten wie „Ich esse gerne Schokolade“, mit denen man die Frage umgehen kann.

Mareike Gerdes empfiehlt aber, es anders zu machen. Sie betont, dass die Personalabteilung beim Bewerbungsprozess den ganzen Menschen kennenlernen möchte. Neben sehr allgemeinen Aufgaben wie „Erzählen Sie 10 Minuten etwas über sich“ sind einige Fragen, die sie bei ihrem Vortrag vorgestellt hat, auch recht konkret formuliert. Es geht vor allem darum, wie man sich in bestimmten beruflichen Situationen verhält.

Auf diese Fragen sollte man sich vorbereiten. © Mareike Gerdes, Xing SE

So zum Beispiel, wenn man ein komplexes Projekt vor sich hat.

Versucht man dann, alle aufkommenden Schwierigkeiten selbst zu lösen, oder fragt man einen Spezialisten um Unterstützung? Dies würde bedeuten, dass man in einem Bereich (noch) nicht die notwendigen Kompetenzen mitbringt. Aber ist das so schlimm? Häufig arbeitet man in Teams, die obendrein interdisziplinär aufgestellt sind. Da ist es nur natürlich, dass sich die einzelnen Mitglieder in ihren Fähigkeiten ergänzen.

Bei der Bewertung der einzelnen Bewerber geht es vor allem darum, diese auch realistisch einschätzen zu können. Authentizität ist dabei wichtig, wie Mareike Gerdes erklärt. Nicht der Bewerber hat die besten Chancen, der scheinbar „perfekt“ ist und alles kann, sondern der, der sich traut, auch ein abgerundetes Bild von seinen Fähigkeiten und seiner Persönlichkeit zu geben.

Worauf es Unternehmen ankommt

Da die Arbeitswelt schnelllebig ist, können sich Anforderungen und benötigte Fähigkeiten bei einer Stelle relativ schnell ändern. Nach Ansicht von Mareike Gerdes gehört daher vor allem Neugier zu den Eigenschaften, die Personalverantwortliche bei ihren Bewerbern am liebsten sehen. Es geht um die Lust am Ball zu bleiben, neue Dinge zu lernen und um die Motivation, sich stets weiterzuentwickeln.
Das Curriculum eines Universitätsstudiums hinkt der Wissensentwicklung in der Praxis oft hinterher, so dass das mitgebrachte Wissen im Verhältnis eine weniger große Rolle spielt. Wie Mareike Gerdes sagt, geht es in den meisten Bereichen vor allem um die kognitive und analytische Leistungsfähigkeit von Bewerbern. Fehlendes Wissen könne man dann in der täglichen Arbeit mit der Zeit erwerben.
Doch natürlich bietet es sich an, schon im Vorfeld einiges zu tun und sich auf seinen Berufsweg möglichst gut vorzubereiten. Für Mareike Gerdes gehört dazu vor allem die Möglichkeiten des Studiums zu nutzen sowie sich frühzeitig ein Netzwerk aufzubauen.

Sich aufs Berufsleben vorbereiten: Nutzt die Chancen!

Im Laufe des Studiums hat so mancher Student Kurse zu belegen, die man sich auch lieber geschenkt hätte. Nach Meinung von Mareike Gerdes wird hier aber oft eine Grundlage geschaffen, die einem bei der späteren Arbeit nützt.
Das Profil des Psychologie-Studiums an der Uni Kiel beinhaltet unter anderem eine intensive Beschäftigung mit statistischen Methoden und Datenanalyse. Mareike Gerdes profitiert heute sehr von der strengen Ausbildung in dem Bereich. So ist sie zum einen kritisch gegenüber Daten, erkennt zum anderen aber auch die Möglichkeiten, z.B. was sich aus der Analyse von Daten an Handlungsempfehlungen ableiten lässt.
Daneben empfiehlt sie, die Studienzeit auch schon zum Netzwerkaufbau zu nutzen. An dieser Stelle räumte sie mit einem Klischee über das Businessnetzwerk Xing auf:
Während manche es als digitales Adressbuch bezeichnen, ist es aus ihrer Sicht vor allem ein professionelles Netzwerk. Man kann sich selbst präsentieren und andere Vorstellungen konsumieren. Dabei gilt: Zunächst baut man sich ein eigenes Netzwerk auf. Später hat man dann die Chance, über Veränderungen oder sich bietende Möglichkeiten frühzeitig informiert zu werden. Es ist bekannt, dass die Mehrzahl der Stellen gar nicht öffentlich ausgeschrieben wird. Indem man dank eines entwickelten Netzwerkes viele Informationen erhält, eröffnet man sich einen Zugang zum informellen Arbeitsmarkt.

Bedeutung von Wertschätzung in der Mitarbeiterbeziehung

Gerade wenn sich viele Möglichkeiten bieten, stellt sich die Frage, wie man damit umgeht.   Wie Mareike Gerdes erklärte, zeichnet sich die Generation Y durch eine relativ hohe Bereitschaft aus, den Arbeitgeber zu wechseln. Ein Student fragte daher aus der Perspektive der Unternehmen: Lohnt es sich dann überhaupt, in die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern zu investieren?
Bei einem knapper werdenden Fachkräfteangebot ist es für ein Unternehmen sehr wichtig, seine Mitarbeiter auch zu halten. Für Mareike Gerdes ist daher die Antwort klar: Es lohne sich, die Menschen nicht nur fachlich zu fördern, sondern auch in ihrer persönlichen Weiterentwicklung zu unterstützen.
„Und wenn ich diese Möglichkeiten biete, dann schaffe ich ja noch eine ganz andere Bindung. Wenn die Leute sehen: […] Ich werde gesehen, ich werde gefördert. Das macht ja auch was mit dir auf der menschlichen Seite.“
So zeigt sich, dass Unternehmen es ein Stück weit selbst in der Hand haben; indem sie mit Mitarbeitern wertschätzend umgehen, erhöhen sie deren Loyalität.
Und dadurch, dass man sich als Mitarbeiter dazu entscheidet, bei einem Arbeitgeber zu bleiben, kann man mit der Zeit auch immer mehr Angebote zur persönlichen Weiterentwicklung nutzen.

Fazit

Mareike Gerdes nahm sich nach ihrem Vortrag viel Zeit, um die Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu beantworten. Viele nutzten die Möglichkeit, aus erster Hand eine Rückmeldung zu bekommen. Den Psychologiestudentinnen Maike und Martina gefiel dabei vor allem, dass man durch Mareike Gerdes Ausführungen einen direkten Eindruck erhalten habe, wie eine Personalabteilung das Verhalten der Bewerber im Bewerbungsprozess wahrnimmt.
Dies war mal wieder eine gelungene Veranstaltung des Alumni-Managements sowie des Career Centers der Uni Kiel.

Lambert Schultz

GS Kiel

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