“OMR19 – größer, lauter, bunter, internationaler” – Rückblickende Worte aus meiner Filterblase | MTP e.V.

Der Snapchat-Geist als Schaukel, ein blaues Bällebad, Ellie Goulding als Speakerin, Scooter als Einheizer in der Mittagspause und Marteria und Casper zur After-Show-Party. Auch in diesem Jahr hatte Europas größte Marketingmesse wieder einiges an Content zu bieten.

Zum dritten Mal in Folge haben mich die Online Marketing Rockstars (OMR) am 07. und 08. Mai in die Hansestadt gelockt mit der Hoffnung, die neuesten Branchentrends aufzuschnappen, Learnings zu generieren, Unternehmen kennenzulernen und natürlich zu networken. Ob mir dies gelungen ist und wie mein Fazit zu den diesjährigen OMR ausfällt, lest ihr in den kommenden Zeilen.

400 Aussteller, 600 Speaker, 4 Bühnen und über 50.000 Besucher

Das sind nur ein paar Zahlen zu den insgesamt zwei Festivaltagen. Sie zeigen aber auch die Dimension, die das OMR-Festival mittlerweile erreicht hat. Insgesamt 400 Aussteller, darunter kleinere Start-ups im Tech-Bereich, sowie natürlich die altbekannten Branchengrößen Google, Facebook, Snapchat uvm. präsentierten sich und ihre Dienstleistungen in zwei Messehallen. Auf insgesamt vier großen Bühnen lieferten Speaker und Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Politik tolle Vorträge und gaben wichtige Denkanstöße.

Zu den diesjährigen Top-Themen zählten Innovationen und Marketingtrends, Digital Marketing, E-Commerce und natürlich Influencer Marketing. Letzteres war auch in diesem Jahr wieder mit prominenten Speakern besetzt. So sprachen Lena Gercke und der Director of Content von About You darüber, welche Strategie beim Aufbau einer neuen Marke verfolgt wird und auf welche Aspekte sie beim Eingehen einer Kooperation Wert legt. Die bekannten YouTuber Dagi Bee und ihr Mann Eugen Kazakov erzählten die Erfolgsstory hinter dem Launch ihrer Marke und des dazugehörigen Unternehmens Beetique GmbH und wie sie in den Anfangsphasen im Jahr 2016 die pinken Kartons noch eigenständig mit Freunden bepackten.

Weitere Themen, die in diesem Jahr etwas mehr im Fokus standen, waren Artificial Intelligence (AI) und Sports Marketing. Zu Sports Marketing besuchte ich die dazugehörige Guided Tour, bei welcher der Marketing Leiter des FC St. Pauli uns in einer Gruppe von 30-40 Personen über das Messegelände und zu einigen ausgewählten Ausstellern führte. Die Aussteller stellten ihre Marketing- und E-Commerce-Lösungen vor und zeigten mögliche Anwendungsfelder im Sportbereich auf. Nach einer knappen Stunde war die Tour bereits wieder vorbei und die Kopfhörer mussten zurückgegeben werden. Mein Fazit: Wichtige Learnings konnte ich bei dieser Tour zwar leider nicht generieren, dafür aber neue Unternehmen und Start-ups kennenlernen.

Wohin soll das OMR-Festival noch wachsen?

Bei aller Euphorie, die das Festival in einem auslöst, gab es bei der diesjährigen Version des Festivals aber auch ein paar Punkte, die mein Messeerlebnis im Vergleich zu den vorherigen Besuchen etwas getrübt haben. Das OMR-Festival hat sich in den vergangenen Jahren rasant entwickelt und hat sich zu DEM Event schlechthin in der Marketingbranche entwickelt. In diesem Jahr wurden einige Rekorde, was die Besucheranzahl, Aussteller und Masterclasses betrifft, gebrochen. So beachtlich diese Entwicklung auch ist, umso schwieriger wird es, meiner Meinung nach, die Qualität der Inhalte in Form von Keynotes oder Masterclasses und das Ambiente drumherum auf einem hohen Level zu halten.

Viele Besucher klagten, dass die angebotenen Masterclasses am Ende dann doch sehr werblich waren und dass das Event mittlerweile zu groß geworden sei. Die Frage nach dem Wachstum, die Verena Bahlsen (Keks-Erbin) in ihrer umstrittenen Rede zum Thema E-Commerce gestellt hat, würde ich an dieser Stelle gerne in den Raum werfen und fragen: Wohin will das OMR-Festival wachsen und wie will es gleichzeitig einen hohen Wert für den Besucher schaffen? Für die kommenden Jahre bin ich auf jeden Fall sehr gespannt, wie sich die Messe weiterentwickeln, europaweit positionieren und gleichzeitig eine so gute Balance zwischen Quantität und Qualität halten will.

Das OMR-Festival ist hipper als je zuvor

Bei der diesjährigen Messe hatte ich das Gefühl, dass eine so breite Zielgruppe wie noch nie angesprochen und angelockt wurde – von Schülern bis hin zu Führungskräften. Trotz meiner etwas kritischen Töne kann ich euch MTPlern einen Besuch bei den Online Marketing Rockstars wärmsten empfehlen – ob zum ersten oder zweiten Mal und egal ob als Student, Praktikant oder Professional. Das Festival ist auf jeden Fall immer ein Erlebnis. Gerade mit dem preiswerten “Expo Only Ticket” lohnt es sich einfach mal über das riesige Gelände zu schlendern, Aussteller zu besuchen, kostenlose Goodies abzustauben und natürlich hochkarätigen Speakern zu lauschen, die man vielleicht nur aus der Insta-, Twitter-, Facebook- oder Snapchat-Welt kennt. Dennoch würde ich denjenigen, die noch nie dort waren, den Tipp geben, sich nicht von dem Trubel blenden zu lassen, sondern sich selbst zu fragen, was denn die Learnings waren und ob sich das Event gelohnt hat. Denn am Ende dürfen wir nicht vergessen, dass das OMR-Festival letztlich auch immer eine Werbeveranstaltung in Dauerschleife ist.

Autorin:

Jessie Hauser

GS Münster
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