Influencer Marketing: Faszination “Real Life” | MTP e.V.

Dienstagnachmittag. Es regnet. Erstmal schauen, was bei Instagram so los ist. Zwischen unzähligen Rabattcodes, tollen Events und zum 124. Mal der Skyline von Dubai fällt eins in den Stories auf: das reale Leben.

Influencer erzählen von Pleiten, Pech und Pannen. Von dem, was jeder von uns ebenfalls durchmacht.

Aylin König, die als eine der obersten Fashion-Bloggerinnen Deutschlands angesehen wird, erzählt in ihrer Instagram-Story, wie erschreckend es teilweise letztens in Marrakesch war. Erschreckend? Wie kann es erschreckend sein, wenn Dior zur Vorstellung der Cruise Collection 2020 nach Marrakesch einlädt? Aber Aylin öffnet damit die Augen ihrer Follower.

Es ist eben nicht immer alles so fancy, wie man sich das vorstellt oder wie man es auf den Bildern präsentiert bekommt.

Hinter atemberaubenden Riads, Champagner-Partys und Selfies mit den Mädels steckt eben das wahre Leben. Und in diesem Fall ein Marrakesch, das neben seiner wunderschönen, orientalischen Architektur ebenso viele Schattenseiten hat und in Armut lebt.

Ein weiteres Beispiel ist Luisa Lion. Die Wahl-Hamburgerin kennt keinerlei Scham, wenn es darum geht, sich in echten Situationen zu präsentieren. Zwischen Heulkrämpfen nachts um zwei, Selbstfindungsphasen und ständigen Arztbesuchen nimmt sie den Leser mit durch die Ups and Downs ihres Lebens.
Auch Romina Meier, 304k Follower, geniert sich nicht, offen zuzugeben, dass sie kein bisschen kochen kann. Oder erklärt auf witzige Art und Weise, dass sie sich kurzerhand mal selbst die Haare geschnitten hat oder regt sich darüber auf, dass sie seit einer Woche einen riesigen Herpes an der Lippe hat.

Laut W&V ist Influencer Marketing immer noch DAS Thema für 2019. Die Branche wird aber zukünftig professionalisiert werden.

Der Leser hat Lust auf echten und vor allem richtigen Content.

Unternehmen werden zielgerichteter mit Influencern zusammenarbeiten. Der Influencer wird nicht mehr als Mittel zum Zweck angesehen – vielmehr lässt man ihm in Zukunft Spielraum für die kreative Inszenierung der Produkte und die eigene Note. Wer weiß schließlich besser, was der Follower sehen will, als der Influencer selbst?

Dass Blogger und Influencer sich als vermeintlich bester Freund verkaufen, ist nichts Neues. Dass Produkte so präsentiert werden, dass es für echt gehalten wird, ist auch nichts Neues. Aber, dass Emotionen und Persönlichkeit so viel Spielraum bekommen – das ist neu.

Es geht nicht mehr darum, dass gezeigt wird, wie in der eigenen Küche der neueste Fitness-Shake zubereitet wird und welche Geschmacksrichtung am besten ist. Oder darum, welcher Concealer am besten kaschiert und wie man diesen aufträgt.

Es geht um das wahre Leben.

Um Alltags-Stress, um Liebeskummer, um das, was hinter den Kulissen passiert. Es geht darum, die eigene Persönlichkeit in den Vordergrund zu stellen und seine eigene Handschrift zu haben. Man muss sich eben von der Masse abheben können. Und das klappt nur mit Authentizität.

Aber ist das alles gespielt? Ist das alles bewusst eingesetzt, um den Consumer noch mehr zu manipulieren? Vielleicht. Vielleicht sind das aber auch einfach ganz normale Menschen, die versuchen sich mit allen Höhen und Tiefen durch das Leben zu wurschteln.

Genau wie wir alle.

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