Virtuelle Influencer – die heutige Zukunft | MTP e.V.

Sie ist 19 Jahre alt, hat einen brasilianisch-spanischen Migrationshintergrund und wohnt in Los Angeles, Kalifornien. Sie ist Sängerin, Model und aufstrebende Influencerin. Ihr Name ist Miquela Sousa und seit der Eröffnung ihres Instagram-Accounts (@lilmiquela) im April 2016 folgen ihr bereits 1,6 Millionen Menschen.
Auf den ersten Blick wirkt sie wie eine hübsche, hippe, junge Erwachsene. Doch auf den zweiten Blick stimmt da etwas nicht – denn Miquela existiert gar nicht in der echten Welt. Sie ist ein künstlich erschaffener Avatar, der die gesamte Instagram-Welt vor ein großes Fragezeichen stellt.

Miquela ist keine reale Person aus Fleisch und Blut, sondern ein vollständig animierter Charakter, der von verschiedenen Personen im Hintergrund betrieben und gesteuert wird. Ein bisschen wirkt sie wie eine selbst erschaffene Spielfigur aus dem Computerspiel „Die Sims“. Und trotzdem gelingt es ihr, tausende Menschen mit ihrer realistischen Erscheinung zu verwirren. Verschiedene Verschwörungstheorien werden aufgestellt, ob Miquela ein Roboter, ein Fake oder eine extrem retuschierte Version einer echten Frau sei.

Mit Kommentaren unter ihren Beiträgen wie „Is she really a doll/robot? Some people say she is…” oder „I am so confused. Who and what are you?!“ stellt sie die Instagram-Welt auf den Kopf. Und genau das ist das Ziel ihrer Schöpfer – wenn schon nicht real sein, dann wenigstens so realistisch wie möglich wirken. Und das erreichen diese, indem sie Miquela eine Persönlichkeit geben. Die junge Influencerin kommentiert ihre eigenen Beiträge und führt echte Gespräche mit ihren Followern. Sie schildert Situationen aus ihrem Alltag, teilt ihre Gedanken und gibt sogar politische Statements auf Instagram, Twitter sowie Tumblr ab.

“Of course, there definitely is some romance in my life right now too. I’ll be real, I’ve totally caught feels 😅 For someone who makes me so excited to get up everyday! By writing these diary entries and talking with you guys in the comments, I feel pretty ready to tell him how I feel. I just want to say thank you to everyone who has shared their stories with me or given me advice. It’s so empowering to know that there are all these supportive, compassionate people who care so much! I care about each of you too and love you all 💓💓”, schreibt Miquela unter ihren Beiträgen (siehe Foto links).

In ihrer Freizeit sitzt Miquela im Tonstudio und veröffentlicht ihre Musik sogar auf Spotify. Mit ihrem Song „Not Mine“ erreichte sie im August 2017 den achten Platz auf Spotify Viral. Zudem modelt sie und wirbt auf ihrem Instagram-Account für die Schuhmarke UGG oder für das Luxuslabel Prada. Außerdem trifft sich Miquela gerne mit ihren beiden Freunden Ronald Blawk (@blawko22) und Bermuda (@bermudaisbae), die als weitere virtuelle Charaktere erschaffen wurden.

Aber wer genau steckt hinter der genialen Idee der virtuellen Influencer?

Ein Unternehmen namens „Brud“ soll hinter der genialen Idee stecken. Die Website beschreibt das Unternehmen als “a group of Los Angeles based problem solvers specializing in robotics, artificial intelligence and their applications to media businesses. The company built a team of people interested in leveraging technology to better things as eloquently as possible”. Brud soll durch die Entwicklung der virtuellen Influencer mittlerweile über 125 Millionen US-Dollar wert sein.

Aber ist so ein virtueller Influencer ein Segen oder eine Bedrohung für die Influencer von heute? Und wie wird es in Zukunft mit den virtuellen Influencern weiter gehen?

Eine eindeutige Antwort auf solche Fragen gibt es (noch) nicht. Wir wissen zumindest, dass viele Unternehmen die Beliebtheit der virtuellen Influencer für sich erkannt haben und diese nun für ihr Marketing nutzen. Die Tatsache, dass sie virtuell sind, macht sie besonders und stellt ihr Alleinstellungsmerkmal dar – was sie von der Masse abheben lässt. Aus diesem Grund werden wir in Zukunft definitiv noch mehr von Miquela und ihren Freunden hören…

Autorin:

Olivia Jaron

GS Saarbrücken
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