Gleichstellung – ein wahr geglaubter Mythos? | MTP e.V.

Ein Tweet anlässlich des Internationalen Frauentages sorgte für Wirbel: Engel & Völkers, eine große Aktiengesellschaft aus dem Immobilienbereich, spricht über weibliche Vorbilder – diese sind im Vorstand allerdings äußerst schwer zu finden, weil nicht vorhanden. Dies regt die Debatte an, ob die allzu bekannte Frauenquote in Deutschland eigentlich nur ein Märchen ist oder ob sich wohl doch etwas tut.

Die Fakten

Aktuell befinden sich in Deutschland 22,6% Frauen in Führungspositionen (Stand: Oktober 2018). Aber was bedeutet diese Zahl? Ist das jetzt viel oder wenig? In den 100 größten deutschen Unternehmen hat sich in den letzten fünf Jahren die Anzahl der Frauen im Vorstand immerhin verdoppelt (von 5,4% im Jahre 2015 auf aktuell 10%). Schwindelerregend hoch ist diese Zahl aber dennoch nicht.

Erfreulich hingegen ist, dass in der deutschen Werbefilmproduktion die Situation eine ganz andere ist. Bei der Hälfte der Top 30 deutschen Werbefilmproduktionen sitzt mindestens eine Frau im Management oder ist sogar Gründerin der jeweiligen Firma. Christiane Dressler von Anorak Film weiß auch warum: „Hier kommt es weniger auf das richtige Netzwerk an, sondern darauf, dass du deinen Job gut machst.”

Was denken die Deutschen?

Laut einer YouGov-Umfrage von 2018 behaupten 57% der Männer, dass Männer und Frauen in Deutschland gleichberechtigt sind. 63% der Frauen behaupten das Gegenteil und haben kein Gefühl der Gleichberechtigung. Fakt ist, dass Frauen ein gleiches Gehalt für das größte Problem halten, mit dem sie sich konfrontiert sehen. Aktuell verdienen Frauen im Schnitt noch immer 21% weniger als ihre männlichen Kollegen.

Wie können Frauen ein Unternehmen besser machen?

Studien belegen: Frauen sind die besseren Chefs. Weibliche Führungskräfte entscheiden fairer und konsensorientierter als Männer. Werte wie Kooperationsfähigkeit, Selbstbestimmung und Flexibilität werden häufiger Frauen zugeschrieben und können ein Unternehmen nachweislich profitabler machen. Frauenorientierte Firmen, die sich auch zunehmend an den Bedürfnissen der Generation Y ausrichten, haben bessere Chancen für die Zukunft, so Barbara Lutz vom Frauen-Karriere-Index.

Mit ihrem Bestreben, mehr Flexibilität und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf in die Unternehmenskultur zu bringen, fördern Frauen gleichzeitig die Vielfalt der Karrieremöglichkeiten. So können sich Unternehmen, die dies berücksichtigen, zukünftig hochqualifiziertes Personal sichern.

Autorin:

Annemarie Kersten

GS Leipzig
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