MTPanel: Ausgabe #8 – Smart Speaker

MTPanel

Die Weihnachtszeit ist vorbei und bei dem einen oder anderen lag unter dem Weihnachtsbaum vielleicht ein Smart Speaker – ein mit dem Internet verbundener Lautsprecher. Da Smart Speaker mit Sprache gesteuert werden, kann man mit einfachen Sprachbefehlen die persönlichen Lieblingssongs abspielen, die aktuellen Nachrichten erfahren oder Mails und SMS vorlesen lassen.

Einige Geräte können sogar mit dem Licht oder der Heizung im eigenen Heim verknüpft werden. Smart Speaker erleichtern schon jetzt in vielen Haushalten den Alltag. Die Sprachsteuerung setzt jedoch voraus, dass die Mikrophone ständig “mithören”, um auf den Aktivierungsbefehl reagieren zu können. Medienwirksame Berichte zeigen zudem, dass Smart Speaker viele Daten an die Server der Unternehmen schicken und anfällig für Hackerangriffe sind.

Datenschützer betrachten Smart Speaker daher als Wanzen im Wohnzimmer und befürchten das Ende der Privatsphäre. Auch Werbeversuche über Smart Speaker (bspw. Burger King oder Google) lösten bislang meist negative Berichterstattung aus.  

MTPanel Key Facts

Im achten MTPanel fragte das MTPanel-Team vor Weihnachten, was die MTP-Mitglieder von Smart Speakern halten, wo sie sich auf dem Spannungsfeld zwischen Komfort und Datenschutz positionieren und wie sie zu Werbung über Smart Speaker stehen.  

  • Nur eine kleine Gruppe von Studierenden besitzt bereits Smart Speaker, die hauptsächlich zum Hören von Musik, für Zeitansagen und Erinnerungen, aber kaum für Einkäufe genutzt werden. 
  • Studierende, die noch keinen Smart Speaker haben, halten Smart Speaker durchaus für innovative und praktische Produkte, sehen aber insbesondere beim Datenschutz und bei der Sicherheit Verbesserungsbedarf. 
  • Beide Gruppen halten Smart Speaker in ihrer gegenwärtigen Funktion noch für unausgereift und wollen nicht, dass Werbung über diese Geräte abgespielt wird. 

Am achten MTPanel nahmen insgesamt 235 studentische MTP-Mitglieder teil. 68% der Befragten waren weiblich und das durchschnittliche Alter betrug 22 Jahre. Nur 30 Personen, also 13% der Befragten, gaben an, bereits einen Smart Speaker zu besitzen. 22 der Studierenden, die einen Smart Speaker besitzen, nutzten ihn häufig oder sehr häufig.

Nur 14% der Studierenden ohne Smart Speaker gaben an, dass sie einen Smart Speaker häufig oder sehr häufig nutzen würden, wenn sie einen hätten. Zu Weihnachten wünschte sich lediglich jeder zwanzigste der Befragten einen (neuen) Smart Speaker. Auch im Bekanntenkreis der Befragten scheint die Verbreitung gering zu sein. Nur bei 6% der Befragten sind Smart Speaker im Bekanntenkreis weit oder sehr weit verbreitet, wohingegen ganze 63% der Befragten angaben, dass Smart Speaker im Bekanntenkreis kaum oder gar nicht vorhanden sind 

Ursachen für die geringe Verbreitung 

Eine der möglichen Ursachen, warum Smart Speaker bislang bei den Studierenden wenig Verbreitung gefunden haben, könnte in der Einstellung gegenüber den Geräten zu finden sein. Fast zwei Drittel der Befragten, die zum Zeitpunkt der Befragung keinen Smart Speaker besaßen, gaben an, dass sie sich in einem Raum mit Smart Speaker unwohl oder sehr unwohl fühlen würden. Doch selbst bei den Befragten, die einen Smart Speaker nutzten, fühlten sich nur 43% wirklich wohl mit einem Smart Speaker im Raum.

Auch befürchtete ein Drittel der Befragten, die keinen Smart Speaker besitzen, dass ihr Bekanntenkreis negativ auf das Gerät reagieren würde. Bei den Studierenden, die bereits ein solches Gerät besaßen, traf dies jedoch nicht zu. Bei fast der Hälfte reagierte der Bekanntenkreis positiv auf das Gerät und nur bei einem Fünftel waren die Reaktionen im Bekanntenkreis eher negativ. Auch an anderen Stellen beurteilten Studierende ohne Smart Speaker die Geräte kritischer als Besitzer solcher Geräte. 

Die Nicht-Besitzer bewerteten Smart Speaker oft als nicht sicher und unnötig, während die Mehrheit der Besitzer das Gegenteil empfanden. Beide Gruppen sind jedoch mehrheitlich der Meinung, dass Smart Speaker interessant, unterhaltsam, praktisch, innovativ und populär sind. Allerdings meinen ungefähr drei Viertel der Befragten auch, dass die Geräte noch unausgereift sind.  

Eigenschaften, die für Studierende von Interesse sind

Die vier beliebtesten Funktionen von Smart Speakern sind das Abspielen von Musik, Weckfunktionen, Erinnerungen und Zeitansage und zwar unabhängig vom Besitz eines Smart Speakers (siehe Graphik). Nur knapp 7% der Smart-Speaker-Besitzer nutzen ihr Gerät bislang für Einkäufe und nur 13% der Befragten ohne Smart Speaker gaben an, über das Gerät einkaufen zu wollen. Insbesondere Werbung via Smart Speaker empfanden die Befragten mit großer Mehrheit eher negativ oder sehr negativ. Auch bei der Personalisierung gab es große Unterschiede zwischen den Besitzern und den Nicht-Besitzern.

Die Personalisierung empfanden 63% der Befragten mit Smart Speaker Zuhause als positiv. Von den Nicht-Besitzern bewerteten hingegen nur ein Fünftel diese als positiv. Den Nicht-Besitzern wären beim Erwerb eines Smart Speakers vor allem der Datenschutz, der Sound und eine einfache Bedienung am wichtigsten. Funktionen von Drittanbietern und Möglichkeit zur Vernetzung mit dem eigenen Zuhause waren hingegen weniger von BedeutungBesitzer von Smart Speakern bewerteten diese Aspekte ähnlich. 

Fazit 

Insgesamt zeigte das achte MTPanel, dass die Mehrheit der Studierenden noch keinen Smart Speaker besitzt und auch wenig Interesse an diesen Geräten hat. Diese Gruppe sieht durchaus das Potential von Smart Speakern, empfindet jedoch auch den Datenschutz und die Sicherheit als kritisch. Auch im Bekanntenkreis der Befragten sind die Geräte kaum verbreitet. Smart-Speaker-Besitzer nutzen ihre Geräte hauptsächlich zum Hören von Musik, für Zeitansagen und Erinnerungen.

Einkäufe sind bislang noch kein großes Thema und Werbung über Smart Speaker wird sehr negativ bewertet. Allerdings müssen gerade die Ergebnisse über die Smart-Speaker-Besitzer mit Vorsicht interpretiert werden, da insbesondere die Verbreitung von Smart Speakern in unserer Stichprobe sehr niedrig war und unter dem Durchschnitt in Deutschland (aktuell 29%; Quelle: Statistaliegt. 

Deine Wissensbegierde rund um die Ergebnisse des achten MTPanels konnten noch nicht gestillt werden? Kein Problem – Schreib uns gerne deine Anregungen oder Fragen an content@mtp.org.
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Lena-Sophie Hoffmeier

Sophie Hoffmeier

Koordination und Leitung

Benjamin James Turner

Umfragedesign

Michael Weigl

Datenauswertung

Johanna Wendt

Redaktion

Sina Özcorapci

Layout und Design
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