MTPanel: Ausgabe #9 – Konsumverhalten während COVID-19 | MTP e.V.

„Bleibt alle gesund!“

Diesen Satz haben in den letzten Wochen die meisten von uns schon gehört und auch anderen gewünscht. Die Corona-Pandemie durchdringt derzeit sämtliche Aspekte unseres Alltags. Trotz der vorsichtigen Lockerungen sind vielerorts noch Einschränkungen spürbar. In der neunten Ausgabe des MTPanelhaben wir gefragt, welche finanziellen Einschnitte die Studierenden aufgrund der Corona-Pandemie erleben und wie sich ihr Konsum verändert hat. Die Ergebnisse erfahrt ihr hier. 

Am neunten MTPanel nahmen insgesamt 384 Studierende im Altersbereich von 18 bis 29 Jahren teil. 69% der Befragten sind weiblich und das durchschnittliche Alter beträgt 23 Jahre. 7 von 10 Befragten studieren ein Fach der Wirtschaftswissenschaften und 328 der Befragten haben einen Bezug zu MTP. 

Die finanzielle Situation der Studierenden

Ein Drittel der Befragten ist als Werkstudent tätig und ein Viertel geht keiner beruflichen Tätigkeit nach. Fast die Hälfte der Befragten sind noch in dem Bereich tätig, in dem sie vor der aktuellen Krise tätig waren, jedoch wurden 14% der Befragten wegen der Krise freigestellt und 5% der Befragten sogar entlassen. Die drei häufigsten Einkommensquellen der Studierenden während der aktuellen Krise sind familiäre Unterstützung (70%), Lohn bzw. Gehalt (49%) und BAföG (15%). Allerdings verfügen 6% der Befragten aktuell über keine Einkommensquelle.  

Über die Hälfte der Befragten erwarteten in der näheren Zukunft keine Veränderung ihrer finanziellen Situation. Ungefähr 13% befürchteten, dass ihre finanzielle Situation problematisch bleiben wird, und für 17% war die weitere Entwicklung in ihrer Branche weiterhin unklar. Immerhin 15% erwarten, bald wieder regulär zu verdienen und ungefähr jeder Zehnte möchte in der Zukunft mehr Rücklagen anlegen. 

Jedoch fühlen sich einige der Studenten allein gelassen, da sie durch die Hilfsprogramme der Regierung nicht unterstützt werden. Ein Teilnehmer teilte dem MTPanel-Team mit:

Ich denke, da die meisten Studenten ihr Studium aus eigener Hand finanzieren, sollten auch sie finanziell Unterstützung vom Staat erhalten, da die meisten ihren Job nicht weiter ausüben können und somit ihre Miete nicht tragen können.“

Das Konsumverhalten in der Krise

Fast zwei Drittel der Befragten haben Veränderungen in ihrem Konsumverhalten festgestellt. Ganze 39% waren nun deutlich sparsamer und etwa 16% konsumierten jetzt andere Güter, wohingegen jedoch nur 7% momentan deutlich mehr konsumiertenEine befragte Person brachte es wie folgt auf den Punkt: 

Ich habe im letzten Monat ungefähr halb so viel ausgegeben wie in einem normalen Monat.“

Die Veränderung im Konsum lässt sich auch bei einzelnen Konsumgütern beobachten. Streaming-Dienste, Unterhaltungselektronik und Lebensmittel zeigen die stärksten Zunahmen. Im Gegenzug werden Mode und Kosmetika nun deutlich weniger gekauft. Auch bei Essenslieferdiensten zeigte sich kein signifikanter Anstieg. Einige Studierende scheinen auch regionale Unternehmen unterstützen zu wollen. 

[…] [G]rundsätzlich hat sich nicht viel verändert, ich versuche nur vereinzelt lokale Unternehmen, Unternehmen von Bekannten oder Unternehmen, die mir am Herzen liegen zu unterstützen, wenn diese Probleme durch die Krise bekommen.“

Für die Mehrheit der Studierenden hat sich die Nutzung von Rabatten und Aktionen durch die Krise kaum verändert. Nur ein Viertel der Befragten nutzen diese nun vermehrt. Über soziale Medien (69%) oder per Mail (42%) werden die meisten auf Rabatte und Aktionen aufmerksam gemacht und in etwa jeder vierte Befragte sucht aktiv nach Angeboten.

Die Corona-Krise verändert auch die Nutzung von sozialen Medien. Insgesamt 76% der Befragten gaben an, eher mehr oder deutlich mehr Zeit mit sozialen Medien zu verbringen. Nur bei 9% der Befragten kam es zu einer Abnahme der Nutzung. Etwa ein Viertel der Studierenden nutzt zurzeit auch soziale Medien oder Kommunikationstools, die sie vorher nicht verwendet haben. Zu den meistgenannten neuen Medien zählen TikTokHouseparty, Microsoft Teams, Zoom und Skype. 

Weitere Gedanken der Studierenden zur Krise

Neben den finanziellen Einschränkungen sehen die Studierenden auch positive Aspekte der aktuellen Krise: 

Ich habe nun endlich Zeit mich mit Dingen zu beschäftigen, die ich immer im Hinterkopf hatte. Wie viele Bücher lesen und mir Gedanken über ein eigenes Buch zu machen. Ich genieße die entschleunigte Situation!“

Und auch denken sie an andere, denen es in der Krise eventuell nicht so gut geht. Die Krise sei besonders schlimm für die Menschen, die nun schnell vergessen werden, wie beispielsweise Obdachlose und Flüchtlinge. 

Die Krise bedeutet für die Studierenden, wie für fast alle anderen Gruppen in der Gesellschaft, finanzielle Einschränkungen und Veränderungen in unserem Alltag. Die Corona-Pandemie wird uns als Gesellschaft auch noch in der Zukunft vor einige Probleme stellen. Somit bleibt auch dem MTP-Team nur zu sagen: „Bleibt alle gesund!“

Deine Wissensbegierde rund um die Ergebnisse des neunten MTPanels konnten noch nicht gestillt werden? Kein Problem – Schreib uns gerne deine Anregungen oder Fragen an content@mtp.org.
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Sophie Hoffmeier

Koordination und Leitung

Benjamin James Turner

Umfragedesign

Michael Weigl

Datenauswertung

Johanna Wendt

Redaktion

Sina Özcorapci

Layout und Design
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