MTPanel: Ausgabe #10 – Studentische Meinungen zu digitalen Veranstaltungen | MTP e.V.

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Treffen wir uns morgen… 

… zum virtuellen Spieleabend?“ – Aussagen dieser Art findet man zurzeit oft in seinem Chatverlauf. Trotz der erheblichen Lockerungen finden viele Veranstaltungen, wie Vereinssitzungen oder Kurse an der Universität, weiterhin digital statt und das nicht immer zum Wohlgefallen der Studierenden. Einige von ihnen empfinden ein gewisses „Zoom Bombing“, haben kaum realen Kontakt zu ihren Freunden und müssen sich neben den digitalen Veranstaltungen mit Dozenten auch noch einiges im Selbststudium erarbeiten.

In der zehnten und somit ersten zweistelligen Ausgabe des MTPanels haben wir gefragt, wie die Studierenden derzeit virtuelle Veranstaltungen erleben und mit welchen Problemen sie hierbei zu kämpfen haben. Die Ergebnisse bekommt ihr nun hier.

Formen von digitalen Veranstaltungen

Die Befragten besuchten bisher überwiegend die drei digitalen Veranstaltungen Vorlesungen (84,1%), Vereinstätigkeiten (70,5%) und Seminare (55,8%). Im Mittelfeld befinden sich hierbei Webinare (35,3%) und Workshops (34,1%). Die Studierenden nahmen bisher selten an virtuellen Sportkursen (21,2%), Konzerten (16,5%) und Kulturveranstaltungen (10,6%) teil.

Im Mittel verbrachten die Studierenden bisher 10 Stunden mit virtuellen Veranstaltungen für die Uni, während sie sich für den Verein oder die Arbeit nur 5 Stunden und für die Freizeit vergleichsweise nur 3 Stunden mit virtuellen Veranstaltungen beschäftigen. Die Stundenanzahl empfinden sie für den Verein, die Arbeit und die Freizeit als „genau richtig“. Bei Veranstaltungen der Universität hingegen sind nur 57,1% der Ansicht, dass die Zeit „genau richtig“ ist und 14,1% empfinden die Zeit als „zu hoch“. Einer der Befragten gab an, dass er das Gefühl hat, 24 Stunden am Tag vor dem Laptop zu sitzen und, dass er nichts anderes zu sehen bekommt als seinen Schreibtisch.

Virtuelle und Präsenzveranstaltungen im Vergleich

Überraschenderweise empfinden die Befragten virtuelle Veranstaltungen effizienter als reale Veranstaltungen. Jedoch sind auch einige Studierende der Ansicht, dass die virtuellen Veranstaltungen der Universität noch ausbaufähig und nicht genau durchdacht sind:

Konzepte sollten nicht 1:1 von Präsenzveranstaltungen in virtuelle Veranstaltungen übernommen werden, wie dies oft bei Vorlesungen im Studium der Fall ist. Die benutzten Methoden sollten von Professoren viel besser überdacht werden.“

Vor allem kommen der zwischenmenschliche Kontakt und der Spaß bei digitalen Veranstaltungen für die Studierenden zu kurz. Auch die Aufmerksamkeitsspanne ist in virtuellen Veranstaltungen laut den Befragten deutlich geringer. Im Bereich Arbeit werden alle drei Aspekte ebenfalls deutlich schlechter im Vergleich zu realen Veranstaltungen bewertet. In der Freizeit schneiden virtuelle Veranstaltungen noch schlechter ab.

Neben den überwiegend schlechten Bewertungen sahen einige Studierende aber auch positive Aspekte:

Zwar ist der zwischenmenschliche Kontakt deutlich eingeschränkt und qualitativ schlechter, aber gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass man deutlich einfacher Beziehungen knüpft, weil Aspekte wie Aussehen und erste Eindrücke komplett wegfallen und man nur auf die Menschen konzentriert ist.“

Arten von digitalen Formaten

Zu den meist genutzten Programmen und Plattformen für virtuelle Veranstaltungen gehören MS Teams (96,5%), Zoom (77,1%) sowie mit Abstand Skype (54,7%) und WhatsApp (52,9%). Big Blue Button (33%) und Houseparty (25,8%), Google Hangouts (7,6%) und Jitsi (2,9%) werden von den Befragten eher selten für virtuelle Veranstaltungen verwendet.

Ein häufig auftretendes Problem ist vor allem die Internetverbindung während digitaler Veranstaltungen. Aber auch zusätzliche Störungen, wie die Zwischenrufe anderer Teilnehmer oder das häusliche Umfeld sind durchaus belastend für die Befragten. Einige klagen darüber, dass das Programm manchmal abstürzt. Digitale Programme können jedoch bei den Befragten durch ihre Bedienerfreundlichkeit punkten.

Fazit

Alles in allem sind digitale Veranstaltungen eine neue Erfahrung und eine wichtige Ressource in Zeiten von Corona, durch die man flexibel und ortsunabhängig bleiben kann. So können sie zwar den direkten menschlichen Kontakt nicht ersetzen, schaffen aber durchaus neue Möglichkeiten. Die Formate werden uns in Zukunft wohl noch länger begleiten und können durch einen effizienteren Ausbau mit Sicherheit noch attraktiver werden.

Am zehnten MTPanel nahmen insgesamt 170 Studierende teil. Von diesen waren 66,4% weiblich, 33,6% männlich und eine Person konnte sich als divers identifizieren. Das durchschnittliche Alter der Befragten betrug 23 Jahre und ein Großteil studiert ein Fach im Bereich „Wirtschaftswissenschaften“ (74,1%).

Deine Wissensbegierde rund um die Ergebnisse des zehnten MTPanels konnten noch nicht gestillt werden? Kein Problem – Schreib uns gerne deine Anregungen oder Fragen an content@mtp.org.
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Sophie Hoffmeier

Koordination und Leitung; Layout

Benjamin James Turner

Umfragedesign

Michael Weigl

Datenauswertung

Ilka Dust

Redaktion

Johanna Wendt

Redaktion
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