Streamst du noch oder sozialisierst du dich schon? | MTP e.V.

In den ersten Wochen der Corona-Krise war die Freude auf langes Binge-Watching der Lieblingsserie noch groß. Streaming-Dienste nahmen frisch gedrehte Filme in ihr Programm auf, welche durch die Schließung der Kinos nicht Premiere feiern konnten. Der neue Dienst Disney+ ging ebenso Ende März in Deutschland an den Start. Perfektes Timing, nicht wahr?

Tablet mit Filmen

Streamten wir wirklich so viel anstatt uns zu sozialisieren

Netflix, Amazon Prime, Maxdome, Disney+, Sky Ticket und wie sie nicht alle heißen. Unzählige Serien und Filme können wir via Abruf über Streaming-Dienste zuhause in unseren eigenen vier Wänden anschauen. Das kam uns gerade zu den ersten Einschränkungen unseres sozialen Lebens der Corona-Krise ganz gelegen. Denn Kontakte wurden auf das minimale beschränkt, Freizeitaktivitäten wurden gecancelt und Kinos wurden sowieso geschlossen. Da hat der ein oder andere am Ende der Nacht schon wieder die Vögel zwitschern gehört oder „viereckige Augen“ bekommen. OK, Boomer.

MARKTFÜHRER NETFLIX

Weltweit konnte Netflix seine Abonnentenzahl auf über 180 Millionen Nutzer steigern und gewann durch die Corona-Pandemie allein schon 15,8 Millionen Nutzer dazu. Die 200 Millionen Grenze ist also nicht mehr weit und wer weiß, wie weit der ein oder andere weitere Lockdown die Nutzerzahlen noch hätte steigern können. Der Umsatz stieg, aber die Wiedergabequalität der Streams für eine reibungslose Internetverbindung sank. Nicht ganz zur Freude der vielen Nutzer.

Netflix mit Fernbedienung

NEU AM STREAMING-MARKT:

Disney Plus

Mit dem Herunternehmen der vielen Disney-, Marvel- und Pixar-Filme auf Netflix und Amazon Prime Video startete die Ära des Streaming-Dienstes Disney+. Der Anbieter war bei den Amerikanern bereits im letzten Quartal des Jahres 2019 online und hatte alleine dort schon 26,5 Millionen Abonnenten zu verzeichnen. Mit der Einführung am 24. März 2020 in 8 europäischen Länder (wie z.B. Deutschland, Frankreich und Spanien) und Indien wuchs die Zahl der Abonnenten um fast das Doppelte. Ende Mai streamten dann schon knapp 54 Millionen Menschen weltweit die Disney-Märchen, Zeichentrickfilme oder auch diverse Filme aus dem Marvel-Universum oder der Star-Wars-Galaxie.
Hierbei überzeugten klar die Klassiker, die man schon kennt und gerne mal wieder schauen möchte. Allerdings weniger die Premieren neuer Filme oder Serien, die sich durch die Corona-Krise auch durchaus vertagen ließen.

EXKUSIVITÄT BEI Amazon Prime Video UND Sky Ticket

Amazon Prime Video

Die Rechte zur Ausstrahlung von brandneuen Filmen überließ man daher eher Amazon Prime Video und Sky Ticket. Die Dienste boten Filme, die gerade erst frisch erschienen sind oder ihre Premiere im Kino gar nicht erst feiern konnten, an. Der deutsche Film „Die Känguru-Chroniken“, der nach einer beliebten Bestseller-Buchreihe kommt, oder der amerikanische Streifen „Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn“ standen daher auf Abruf durch einen virtuellen Kauf oder Leihe zur Verfügung. Das richtige Kino-Feeling konnten die Anbieter jedoch nicht bieten. Billiger als im Kino waren die Snacks und Getränke zuhause allerdings schon.

Sky Ticket

Für die, die trotzdem das Gefühl von Kino und großer Leinwand haben wollten, gab es auch noch Autokinos. Doch viel seltener als richtige Kinos findet man ein solches und nicht jeder hat ein Auto. Kinos öffnen auch langsam wieder in den ersten Bundesländern. Ist hier der Hype für Autokinos schon wieder vorbei? Langfristig gesehen hat man von Streaming-Diensten mehr, denn die Rechte von Filmen werden auch nicht mehr wie Anfang der 2000er-Jahre nach etlichen Spielmonaten der Kinos vergeben und die Auswahl ist im Internet einfach riesig.

Wenn man dann die Lieblingsserie schon das dritte Mal durchgeschaut hat und auch die Komödien, „die man sich immer wieder anschauen kann“ auf der Favoritenliste durch hatte, waren die Lockerungen des sozialen Lebens da und man geht doch lieber wieder raus in den Park mit Freunden oder zur Familie. Doch für die Überbrückung der Langeweile und guten Unterhaltung war es für die Zuschauer und auch den Umsatz der Streaming-Anbieter eine Win-Win-Situation und das wäre sie auch immer wieder.

Autorin:

Nancy Hennig

GS Chemnitz
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