Über den rasanten Aufstieg der Social-Media-Plattform TikTok und warum sie für Unternehmen jetzt wichtig wird | MTP e.V.

SchülerVZ, MySpace, Facebook und Instagram waren und sind die Wegbereiter für stets neu auftretende Social-Media-Plattformen im Internet, wie zum Beispiel TikTok. Der Markt wandelt sich schnell und die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer ebenfalls. So wurde beispielsweise die auf deutsche Schüler ausgerichtete Online-Community schülerVZ im April 2013 endgültig von Mark Zuckerburgs internationalen Plattform Facebook endgültig aus dem World Wide Web vertrieben. Neue technische Funktionen und eine größere Reichweite an Nutzern sorgen im Endeffekt dafür, dass die User vermehrt von einer Plattform auf die Nächste wechseln. Also was steckt hinter dem plötzlich immer größer werdenden Hype um das chinesische Videoportal TikTok und was macht es insgesamt besser, als andere Social-Media-Netzwerke? Und warum ist kürzlich sogar MTP mit einem eigenen Account in das Netzwerk eingestiegen?

Die Anfänge als musical.ly

TikToks Grundkonzept basiert auf der Plattform musical.ly, welche vom chinesischen IT-Unternehmer Zhang Yiming im Jahr 2016 gegründet und ein Jahr später an TikToks Muttergesellschaft Beijing ByteDance Technology für umgerechnet circa eine Milliarde US-Dollar verkauft wurde. Der Name musical.ly wurde erst im Jahr 2018 in TikTok umbenannt, verantwortlich dafür war der schlechte Ruf von musical.ly. Das schlechte Image der Plattform resultierte aus der Anschuldigung, sie würde wegen dem Fokus auf Kinder-Content Pädophile anziehen.

musical.ly und TikTok
Zhang Yiming - Gründer von musical.ly und TikTok
TikTok ByteDance

Der kometenhafte Aufstieg

Seit seiner Gründung hat sich TikTok zu einer der international erfolgreichsten Social-Media-Plattformen etabliert. Mit mittlerweile über einer Milliarde Nutzern hat sich das digitale Netzwerk für Kurzvideos zum Liebling der sogenannten „Gen Z“ entwickelt. Als Generation Z werden überwiegend diejenigen Menschen bezeichnet, die zwischen dem Zeitraum von 1997-2012 zur Welt gekommen sind. So sind circa 69% der aktiven Nutzer momentan zwischen 16 und 24 Jahre alt. Eine bemerkenswerte Tatsache dabei ist, dass die App TikTok im Jahr 2019 weltweit mehr Downloads als konkurrierende Plattformen wie Instagram, Facebook, Snapchat und Twitter verzeichnen konnte. Betrachten wir diesen Fakt genauer, wird einem schnell Eines bewusst. Marketingteams können es sich definitiv nicht leisten, auf die von TikTok angebotenen Möglichkeiten zu verzichten. Erst recht nicht, wenn die Marketingteams ein jüngeres Publikum (Stichwort „Gen Z“) erreichen wollen. Der plötzliche Boom TikToks schien einem gewissen amerikanischen Präsidenten namens Donald Trump gar nicht gut gefallen zu haben.

Der Aufstieg TikToks
TikTok User-Wachstum

Was macht TikTok so einzigartig?

Die Einzigartigkeit bei TikTok liegt zweifelsohne bei den mit Musik unterlegten 15-Sekunden-Kurzvideos, die für die Nutzer/innen einen großen Unterhaltungswert bieten. Doch ganz so unbekannt dürfte das für viele User sozialer Netzwerke nicht sein, da das Videoportal Vine sogar kurz vor dem Hype um TikTok einen ähnlichen Einfall mit sechs Sekunden langen Videos hatte. Im Endeffekt war es dennoch die Plattform TikTok, die sich im Jahr 2020 auf dem App-Markt durchsetzen konnte und rasant aufstieg. Grund dafür war allem Anschein nach, dass Vine nicht mit der modernen Technik rund um Filter, Soundeffekte und interaktive Features mithalten konnte. TikTok hat sich hier von den Vorreitern Instagram und Snapchat einige Features abgeschaut und diese perfektioniert umgesetzt. Für zusätzliche Nutzerbindung sorgt darüber hinaus eine ausgeprägte Nutzerfreundlichkeit der App, die sich durch vereinfachte Funktionen auszeichnet und mit der Simplizität von Apple-Produkten zu vergleichen ist.

Durch welche Funktionen können Unternehmen und sogar MTP von TikTok profitieren?

1. Feed-Beiträge

Um ein Marken-Image in sozialen Netzwerken gut präsentieren zu können, ist es wichtig, einen stimmigen und ästhetischen Feed bereitzustellen. Man kennt es bereits von Plattformen wie Instagram, der Feed sagt im Endeffekt eine Menge über die Seriosität und Professionalität einer Marke aus. Der Feed sollte gut durchdacht sein und in regelmäßigen Abständen mit neuen Inhalten gefüllt werden um seine Rolle als Repräsentationsfunktion ausreichend zu erfüllen: Es ist schließlich das erste was der Nutzer sieht, sobald er über den Account-Namen auf das Profil weitergeleitet wird. Und wie wir alle wissen, hinterlässt der erste Eindruck im Leben eine ganze Menge. Die einzelnen Posts können hinsichtlich ihrer Beliebtheit auch mithilfe von analytischen Daten ausgewertet werden, um zu sehen, welche Inhalte den Followern gut und welche eher nicht so gut ankommen.

2. Influencer-Kampagnen

Die Zusammenarbeit zwischen Marken und Influencern sollte eigentlich jedem bereits durch Instagram bekannt sein. Influencer bewerben ein Produkt vor meist Millionen von Followern und bekommen dafür eine Provision von der beworbenen Marke. TikTok hat das Potential von solchen Kampagnen sehr früh erkannt und rechtzeitig ins Leben gerufen. Wie bei jeder Kooperation ist es besonders wichtig für Marken und Unternehmen, den richten Influencer zu finden. Die Follower des auserwählten Influencers sollten der geforderten Zielgruppe entsprechen, damit sich die Zusammenarbeit auch als erfolgreich erweist. Darüber hinaus hat man als Unternehmen ähnlich wie bei Instagram die Möglichkeit, ein Unternehmenskonto aufzubauen und über den eigenen Kanal Botschaften und Videos zu veröffentlichen. Das Influencer Marketing hat sich allerdings als effektivste Methode des Marketings herausgestellt: Wichtig dabei ist, eine Strategie mit den beteiligten Influencern zu entwickeln, die das Interesse der Zielgruppe weckt. Die Suche nach einem passenden Influencer lässt sich sehr leicht über Google regeln, mit den richtigen Schlagworten und dem Zusatzwort TikTok findet man dort nämlich schnell die bekanntesten Influencer auf der Plattform.

3. Werbung

Ein weiterer wichtiger Punkt für Unternehmen ist die Bewerbung der eigenen Marke durch sogenannte Challenges. Die Challenges werden von den Unternehmen selbst ins Leben gerufen und sollen den Markennamen oder Produktnamen auf der Plattform verbreiten, indem die User in einem Kurzvideo eine bestimmte Aufgabe erfüllen. So gibt es sogenannte „Hashtag-Challenges“ bei denen im Namen einer bestimmten Marke eine kreative Aufgabe von den Nutzern erfüllt werden soll, was im Endeffekt eine große Reichweite für die Marken erzielen kann. Hashtags haben bei TikTok eine sehr große Bedeutung und spielen deshalb auch im Werbeprozess von Marken eine wesentliche Rolle. Das Platzieren des Kampagnen-Hashtags unter dem Kurzvideo, der für alle Nutzer sichtbar ist, ist dabei essentiell. Häufig handelt es sich bei den Challenges um einstudierte Tanzeinlagen, wie zum Beispiel in dem rechts eingeblendeten Video. Diese Challenge mit dem Namen „Corvette Corvette“ hat vermutlich die Marketing-Abteilung des amerikanischen Automobilkonzerns Chevrolet in die Wege geleitet, um ihren Sportwagen Corvette zu bewerben.

Ziehen wir diese ganzen Aspekte in Erwägung, ist die Auseinandersetzung mit TikTok für Unternehmen und auch Institutionen, die in ihrer Zukunft an Reichweite gewinnen wollen, mittlerweile unausweichlich. Aus diesem Grund nutzt jetzt auch MTP diese Chance, um in Zukunft ein immer größeres Netzwerk aufzubauen. Die Wahrscheinlichkeit auf TikTok viral zu gehen und viele Nutzer/innen zu erreichen ist nämlich um einiges größer, als auf konkurrierenden Plattformen wie Instagram. Der Algorithmus ist nämlich ganz anders programmiert und selbst Profile mit wenigen Followern können mit einem Posting innerhalb von wenigen Stunden theoretisch schon Millionen an Menschen erreichen. Die Plattform ist leider noch immer in vielen Kreisen für kindlichen Content verrufen, in dem Kinder und Jugendlichen schlecht geschauspielerte Comedy-Sketches inszenieren und verbreiten. Doch sie bietet tatsächlich sehr viel mehr als das und befindet sich in einer permanenten Entwicklung. Social-Media-Netzwerke sind sehr kurzlebig, weshalb der Fokus von alten Plattformen auf neue Plattformen gewechselt werden muss, um immer aktuell zu bleiben. Wenn Unternehmen immer noch probieren, lediglich auf Facebook Aufmerksamkeit zu bekommen und an Reichweite zu gewinnen, dann wird in der Marketingabteilung tatsächlich einiges falsch gemacht.

Autor:

Jascha Frédéric Vogelpohl

GS Marburg
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