Marketing und Nachhaltigkeit – zwei vereinbare Konzepte? Am Beispiel Gustavo Gusto | MTP e.V.

Unsere Gesellschaft befindet sich momentan in einem globalen Wandel. Die Folgen des Klimawandels werden immer gegenwärtiger und die Menschen fangen aus diesem Grunde an, sich mit verschiedenen Ansätzen des nachhaltigen Handelns zu beschäftigen. Ein großer Faktor dürfte dabei die Marketing-Branche spielen: Sie ist durch ihre konsumfördernden, ressourcenintensiven und globalen Charakteristika bisher nicht wirklich eng mit nachhaltigen Prinzipien vernetzt. Zahlreiche Unternehmen versuchen sich Tag über Tag in der Marketingwelt zu etablieren, oftmals ohne Rücksicht auf Verluste. Durch das immer größer werdende Interesse an einem umweltbewussteren Handeln tauchen heutzutage allerdings immer mehr Unternehmen auf, die mit einem scheinbar gut funktionierenden und nachhaltigen Konzept eine Menge Menschen zu dem Kauf ihrer Produkte bewegen. So zum Beispiel das im Jahr 2014 von Christoph Schramm gegründete deutsche Unternehmen Gustavo Gusto. Seit sieben Jahren geht es mit dem in Bayern gegründeten Unternehmen steil bergauf und das hat auch seine guten Gründe.

Was macht Gustavo Gusto anders?

Bereits von Beginn an setzt die Firma Gustavo Gusto auf ein klimafreundliches Konzept. Der Slogan auf der Website lautet: „Unsere neueste Zutat: Klimaschutz“. Am 17.06.2021 war der Marketingleiter des Unternehmens sogar zu Gast bei einer Podiumsdiskussion von MTP, mit dem Motto: „Everlasting Love – Von der Marke zur Lovebrand“ (zum Magazinbeitrag hier klicken). Laut eigener Aussage hat es das Unternehmen seit April 2019 geschafft, als erster Tiefkühlpizzahersteller in ganz Deutschland klimaneutral zu sein. Also alle Co2- Emissionen, die während der Produktion, Verwaltung oder Lieferung vom Unternehmen ausgestoßen werden, werden im Nachhinein auch wieder ausgeglichen. Dafür unterstützt die Geschäftsleitung rund um Christoph Schramm zwei anerkannte Klimaschutzprojekte in Indien.

Erstes Klimaprojekt in Indien

Bei dem ersten Projekt handelt es sich um ein auf Biomasse basierendes Kraftwerksprojekt in einem kleinen Dorf im indischen Bundesstaat Maharashta. Die Projektaktivität zielt auf die Nutzung erneuerbarer Ressourcen zur Stromerzeugung ab. So werden in der Anlage etwa 117.340 Tonnen Biomasse zu sauberem Strom weiterverarbeitet. Der daraus entstandene Strom wird dann über einen Stromabnahmevertrag an das regionale Netz, das „Maharashta State Electricity Board“, weitergeleitet. Bei der Biomasse handelt es sich hauptsächlich um Agrarabfälle und Reisschalen, die in einem Umkreis von rund 50 Kilometer um den Standort herum abfallen. Insgesamt trägt das Projekt zu drei wichtigen Nachhaltigkeitszielen bei: Erstens soll es sowohl bezahlbare als auch saubere Energie in Indien geben. Zweitens sollen menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum gewährleistet werden, sowie die Schaffung von über 120 Arbeitsplätzen in der Region. Drittens soll eine wichtige Maßnahme zum Klimaschutz ergriffen werden, denn die Projektleitung zielt darauf ab, die Treibhausgas-Emissionen durch die Nutzung von erneuerbaren Energien zur Erzeugung von Strom zu reduzieren.

Zweites Klimaprojekt in Indien

Bei dem zweiten Klimaschutzprojekt, welches von Gustavo Gusto finanziell unterstützt wird, handelt es sich um ein sogenanntes Hydropower Projekt. Das nachhaltige Konzept dreht sich hier um ein Laufwasserkraftwerk, dass an dem Baspa Fluss in der Region Himachel Pradesh durch einen Damm das Wasser umleitet. Diese Art von Kraftwerk basiert auf einem ausgeglichenen Zufluss- und Abflusssystem, welches rund um die Uhr Strom erzeugen kann, ohne der Umwelt zu schaden. Das Kraftwerk besitzt eine Kapazität von bis zu 300 Megawatt und spart geschätzt bis zu einer Millionen Tonnen CO2 pro Jahr.

Was bedeutet das für die Marketing-Branche?

Gustavo Gusto zeigt mit seinem ausgleichsbasiertem Klimaschutzbeitrag der Marketingwelt, dass es als Unternehmen auf jeden Fall möglich ist, klimabewusst zu handeln. Ob ihnen das ganze finanziell schadet? Ganz im Gegenteil! Wir leben in einem Zeitalter, in dem die Menschen eine ganze Menge Umweltbewusstsein in sich tragen. Viele dieser Menschen entscheiden sich somit bei ihrer Entscheidungsfindung vor dem Tiefkühlregal eines Supermarktes mit hoher Sicherheit eher für den Produktkauf einer Marke, die klimabewusst handelt. Anstatt das Unternehmenswachstum zu behindern, hat das Marketing rund um ein cleveres Klimakonzept Gustavo Gusto kometenhaft dazu verholfen, in der Tiefkühl-Branche vollends Fuß zu fassen. Auch das Konzept von Gustavo Gusto ist ein interessantes: Das Unternehmen versucht nicht den eigenen CO2-Ausstoß zu reduzieren, sondern bemüht sich um einen Ausgleich des eigenen CO2-Fußabdrucks indem klimafreundliche Projekte rund um erneuerbare Energien finanziell unterstützt werden. Optimal wäre es für eine Firma natürlich, wenn so wenig Kohlenstoffdioxid wie möglich überhaupt in die Erdatmosphäre geleitet wird – allerdings ist ein solches unternehmerisches Konzept zum gegenwärtigen Zeitpunkt weder greifbar noch für Unternehmen ansatzweise rentabel. Wenn es in Zukunft dennoch ein konstant wachsendes Bewusstsein für klimafreundliches Handeln gibt, wird es zunehmend Unternehmen und neue Start-Ups geben, die sich den grünen Stempel aufdrücken lassen werden. Wir sind Teil von einer Bewegung, die noch ganz am Anfang steht und Unglaubliches bewegen könnte. Also fangt an selber darüber nachzudenken, wie man klimafreundliche Konzepte innovieren könnte, denn vielleicht seit auch ihr der nächste Gustavo Gusto! Gemeinsam können wir alle einen Teil dazu beitragen, diese Welt für die kommenden Generationen lebenswert zu machen.

Autor:

Jascha Vogelpohl

GS Marburg
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