Konsum in der Corona-Krise: Mehr Streaming- und weniger Essenslieferdienste

13.05.2020

Die Corona-Krise hat das Konsumverhalten junger Leute deutlich verändert. Streamingservices, Unterhaltungselektronik und Bücher werden erheblich mehr als vorher genutzt. Mode, Kosmetik und Essenslieferdienste sind dagegen die Verlierer der Pandemie. Zu diesen Ergebnissen kam das neunte MTPanel, eine Umfrage der Studenteninitiative MTP – Marketing zwischen Theorie und Praxis e.V. unter ihren Mitgliedern in 19 deutschen Städten.

Mit plus 58% hat der Konsum von Streamingservices von allen untersuchten Gütern am Stärksten zugelegt. Es folgen Unterhaltungselektronik (+46%) und Lebensmittel (+41%). Immerhin 36% der Studierenden haben während des Lockdowns auch häufiger zu Büchern gegriffen. Überraschend konnten allgemeine Online-Lieferdienste nur um 32% zulegen. Dies dürfte daran liegen, dass junge Konsumenten auch vor Corona schon viel bei Amazon und Co. bestellt haben, so dass deren Zuwächse eher von älteren Kunden stammen könnten.

Ebenfalls unerwartet ist das Ergebnis bei den Essenslieferdiensten. Nur 15% der Befragten gaben an, dass sie sich während der Krise häufiger Essen liefern ließen als vorher. Bei 22% ist die Nutzung dieser Dienste sogar zurückgegangen. Noch größere Einbrüche verzeichneten nur die Mode- und die Kosmetikindustrie, von deren Kunden jeweils 38% nun weniger Produkte konsumierten.

Rabatte und spezielle Aktionen spielten in der Krise keine große Rolle. Nur 26% der Studierenden ließen sich dadurch locken. Die größte Aufmerksamkeit erzielten Rabatt-Aktionen noch in den sozialen Medien und per E-Mail mit 69% bzw. 42%. Dies lag vor allem daran, dass eine große Mehrheit von 76% der Befragten „eher mehr“ oder sogar „deutlich mehr“ Zeit mit sozialen Medien verbracht haben. Nur 23% probierten im Untersuchungszeitraum allerdings andere soziale Netzwerke als vorher aus. Der überwiegende Teil blieb seinen angestammten Medien treu.

Die Umfrage wurde während des Lockdowns zwischen dem 14. und 22. April 2020 durchgeführt. Teilgenommen haben 384 Studierende im Alter von 18 bis 29 Jahren.

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