Das Phänomen Pop-up-Stores | MTP e.V.

In den letzten 10 Jahren ist das Konzept von Pop-up-Stores zu einer idealen Marketingstrategie geworden. Das Prinzip ist einfach: Kleine Raumflächen werden temporär begrenzt angemietet, relativ provisorisch eingerichtet und die Produkte verkauft. Bei den Standorten handelt es sich meist um vorübergehend leer stehende Ladenflächen in Innenstädten. Eine Win-Win-Situation: Die Vermieter können ihre Geschäftsflächen selbst zwischen zwei Mietzeiträumen vermieten und minimieren damit ihre Mietverluste. Die Mieter haben dadurch beispielsweise die Chance, den Standort zu testen und müssen noch keinen langfristigen Vertrag zur Anmietung von Geschäftsflächen unterschreiben, die in Großstädten oft sehr teuer sind. Auch neue Produkte oder Konzepte können in Pop-up-Stores gut getestet werden, da diese für einen festen Store eventuell zu hohe Risiken bergen und saisonal gebundene Produkte lassen sich am besten verkaufen, wenn sie gerade gefragt sind.

Pop-up Store der Marke kinder

Bildquelle: Unilever
Zur Markteinführung des kinder Bueno Eis und des Kinder Joy Eis eröffnete dieser Pop-up-Store in Hamburg für nur drei Tage.

Pop-up Store von Instagram

Bildquelle: Alek Katar
Erster Pop-up-Store von Instagram in Paris

Aber auch große Unternehmen und Marken nutzen immer öfter Pop-up-Stores. Die Marke kann durch auffallendes Interieur und moderne Technik spektakulär in Szene gesetzt werden und es wird ein außergewöhnliches und intensives Markenerlebnis geschaffen. Neue Produkte können vorgestellt und der Fokus gezielt auf neue Kollektionen und Ähnliches gelenkt werden.

Doch warum funktioniert das Konzept so gut?

Die Antwort ist „FOMO – Fear of missing out“. Die Menschen haben Angst, etwas zu verpassen. Da die Pop-up-Stores nur für einen bestimmten Zeitraum vorhanden sind, ziehen sie die Konsumenten durch die künstliche Verknappung praktisch an. Einige nehmen sogar weite Reisen auf sich für die exklusiven Produkte, oder um Stores von Marken zu besuchen, die normalerweise nur online verkaufen. Ein weiterer Anreiz für die Konsumenten ist die ausgefallene, häufig bunte und auffällige Gestaltung der Verkaufsflächen. Passanten werden dadurch automatisch aufmerksam auf die Läden, die sich vom restlichen Bild der Innenstadt abheben, und insbesondere jüngere Zielgruppen teilen ihren Besuch in einem solchen Store gerne über die sozialen Medien. Dies ist zusätzlich kostenfreie Werbung für den Betreiber des Shops, wodurch die Unternehmen kein Geld für Social Media Kampagnen ausgeben müssen.

Erster Pop-Up Store von Instagram in Paris.

Bildquelle: Instagram

Viel Aufwand für einen Shop, der nur wenige Tage geöffnet ist. Aber es lohnt sich, die Bekanntheit der Marken wird gesteigert, es wird viel in den Läden gekauft und auch die Online-Verkaufszahlen steigen.

Autorin:

Emily Thiemann
GS Hamburg

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